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Aichhalden In der dritten Nacht das Ziel erreicht

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Klaus Pfaff tritt emsig in die Pedale. Foto: Maindru Photo Foto: Schwarzwälder Bote

Alle vier Jahre trifft sich die Welt der ambitionierten Langstreckenradfahrer zum legendären Extrem-Radmarathon "Paris – Brest – Paris" (PBP) in Frankreich. Mit dabei war Klaus Pfaff aus Aichhalden.

Aichhalden. Mehr als 6000 Radfahrer aus über 50 Nationen und von allen Kontinenten traten an, um die 1220 Kilometer von Paris nach Brest und wieder zurück zu fahren – dabei galt es außerdem, 12 000 Höhenmeter in unter 90 Stunden zu bewältigen.  Die Teilnehmer mussten sich zuvor durch vier Brevets, also Langstreckenfahrten, über 200, 300, 400 und 600 Kilometer qualifizieren.

Das gelang erneut auch Klaus Pfaff. Der 55-jährige Aichhalder war bereits zum dritten Mal bei dem Extremrennen dabei. Besteht die Motivation bei der ersten Teilnahme oft darin, "das schier Unmögliche schaffen zu wollen" und einem "gehörigen Schuss Naivität", so sei das bei "Wiederholungstätern" wie ihm nicht mehr der Grund, schildert Pfaff. Schließlich wisse man dann, worauf man sich einlasse. "Mittlerweile liegen die Beweggründe hauptsächlich darin, seine eigene Leistungsfähigkeit im internationalen Umfeld zu messen, im Erfahrungsaustausch mit anderen, sowie dem Erleben von Grenzsituationen", so Pfaff.

Ein Sonntag im August, um 16.15 Uhr: Das Abenteuer für Pfaff begann. Die ersten 300 Kilometer liefen recht flüssig für den Extremsportler, und auch die Müdigkeit während der ersten Nacht konnte er "einigermaßen kontrollieren". Am Montag dann, so erzählt er, "wurde alles zäher und mühseliger". So bekam er nach 400 Kilometern Probleme mit der Nahrungsaufnahme, der Magen rebellierte. Zu allem Überfluss hatte Pfaff nach 450 Kilometern zusätzlich mit starkem Gegenwind zu kämpfen. "Es schien, als ob alle Energie aus den Beinen gewichen wäre", erinnert er sich – und erst ein gutes Drittel der Strecke war bewältigt. "Es war klar, dass es noch ein langer und anstrengender Weg werden würde." In der Hoffnung, dass sich alles zum Besseren wende, gab Pfaff das Motto "Einfach weiterfahren" aus.

Nach knapp 25 Stunden auf dem Rad erreichte er das am Atlantik gelegene Brest. Zeit für Sightseeing blieb nicht: Um das Tageslicht gut auszunutzen, machte er sich umgehend auf den Rückweg. Die nächsten 100 Kilometer liefen "überraschenderweise wieder besser", was ihm einen moralischen Antrieb gegeben habe. In der zweiten Nacht setzte dann allerdings bleierne Müdigkeit ein. Um das Risiko eines Sturzes zu vermeiden, legte Pfaff am Dienstag um 1.30 Uhr eine 70-minütige Schlafpause ein. Dann ging es weiter durch die kalte Nacht Richtung Paris.

Zwischenzeitlich wurde "jeder Hügel zum großen Berg und jede Steigung – und davon gab es Unzählige – zur Qual", schildert er. Ab Kilometer 1000 kamen außerdem Beschwerden im linken Knie, in der Schulter und im Nacken dazu. Es galt noch einmal, die Zähne zusammenzubeißen und das Letzte aus sich herauszuholen. "Da die physischen Reserven längst aufgebraucht waren, entschied der Kopf und eine unbändige Willenskraft über das weitere Vorankommen", so Pfaff.

Am Mittwochmorgen um 1.57 Uhr– also in der dritten Nacht – erreichte der Extremsportler schließlich Paris. Er brauchte für die 1220 Kilometer 57 Stunden und 42 Minuten. Damit gehörte er zu den schnellsten drei Prozent der Teilnehmer. "Der Mythos PBP war einmal mehr bezwungen und die lange und umfangreiche Vorbereitung hatte sich gelohnt", so sein Fazit.

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