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Aichhalden Helfer berichtet: Drei Wochen am Corona-Hotspot

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Ein Blick ins Innere des DRK-Containers mit den Probeentnahmen (links). Foto: Schwarzwälder Bote

Aichhalden-Rötenberg/Fluorn-Winzeln - Einer derjenigen, der über längere Zeit beim Corona-Abstrichzentrum am Stuttgarter Hauptbahnhof tätig war, ist Gerhard Wössner. Da es derzeit eigentlich keine Veranstaltungen gibt, die er mit seinen Produkten beliefern kann, wandte er hierfür seine freie Zeit auf. Was er dort für Aufgaben hatte, erfahren sie in unserem (SB+)-Artikel.

Gerhard Wössner, gebürtiger Rötenberger und in Fluorn wohnhaft, ist schon lange dem Roten Kreuz verbunden und war viele Jahre auch im Rettungsdienst im Kinzigtal tätig. Helfen, so sagt Wössner, ohne Unterschied von Herkunft oder Person, ganz im Sinne Henry Dunants, sei schon immer seine Lebensphilosophie gewesen. Und so entschied sich der 60-Jährige, der in Rötenberg einen Biobauernhof mit Schnapsbrennerei betreibt, dafür, jetzt in der Corona-Krise seine freie Zeit für die Hilfe am Nächsten aufzuwenden. "Es laufen derzeit sowieso keine Veranstaltungen, zu denen ich etwas liefern muss, so hatte ich eben die Möglichkeit, drei Wochen am Stück in Stuttgart auszuhelfen.

Dies hatte er gleich dem DRK-Landesverband gemeldet, nachdem dieser den Zuschlag um die Ausschreibung des Testzentrums am Hauptbahnhof Stuttgart erhalten hatte.

Gemeinde übernimmt Spritkosten

Vor seinem Engagement hatte er bereits am 31. August die Möglichkeit, einen Tag lang zusammen mit weiteren sieben Kollegen des Kreisverbands Rottweil das Testzentrum in Betrieb bei einer Spätschicht kennenzulernen.

Zunächst sei er, so erzählt Wössner, zwei Wochen lang zur Frühschicht eingeteilt gewesen, die von 8.45 bis 17.15 Uhr gedauert habe, zuletzt dann habe er die Spätschicht von 16.45 bis 1.15 Uhr übernommen. Zusammen mit einem Kollegen aus Dietingen sei er jeden Tag gependelt und habe dazu das Dienstfahrzeug des Ortsverbands Aichhalden/Rötenberg nutzen können. Den erforderlichen Sprit habe, so freut er sich, die Gemeinde Aichhalden übernommen. Dies werde dann über die Corona-Pauschale abgerechnet, habe sich Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer großzügig gezeigt.

In der Abstrichstelle habe er eigentlich alles gemacht, was es an Aufgaben gegeben habe. Hauptsächlich allerdings seien dies Abstriche gewesen, weil dies nicht jedem Helfer so gelegen habe, er allerdings, auch aufgrund seiner früheren Erfahrung durch seine Arbeit beim Rettungsdienst, dies ganz gerne übernommen habe.

Reisende teils von Einstufung als Risikogebiet überrascht

Natürlich, so erinnert er sich, habe es auch einmal eine Person gegeben, die nicht so begeistert von den Abstrichen gewesen sei, aber im Gespräch sei er immer zu einer guten Lösung gekommen. Dies auch bei einem Mittvierziger, der partout nur einen Rachen- und keinen Nasenabstrich durchführen lassen wollte. Auch ihn habe er von der Notwendigkeit beider Verfahren überzeugen können – und, so berichtet er, es habe auch Menschen gegeben, denen der Nasenabstrich lieber gewesen sei, als der im Rachen: In der Nase habe es zwar gekitzelt, aber es habe – im Gegensatz zum Rachen – keinen Würgereiz ausgelöst, wie dies bei manchen empfindlichen Personen vorkommen könne, so Wössner.

Immer dann, wenn die Züge aus Paris oder Budapest im Stuttgarter Hauptbahnhof eingelaufen seien, sei wieder ein Schwung Menschen ins Testzentrum gekommen. Einige von ihnen, vor allem aus Risikogebieten im Osten Europas, hätten sich nicht freiwillig und nur leichtsinnig in ein Risikogebiet begeben, sondern seien wegen Beerdigungen oder anderem dorthin gereist. Wieder andere seien in Wien in Urlaub gewesen und seien dort dann von der Einstufung als Risikogebiet überrascht worden und hätten dann eben den Test gebraucht, um zwei Wochen Quarantäne vermeiden zu können.

Schwierigkeiten mit falschen Angaben habe es nur zu Beginn gegeben, dann habe man sich ein Personaldokument zeigen lassen.

Sollte eine ähnliche Aktion wieder erforderlich sein – auch falls dies beispielsweise bei deutlich steigenden Zahlen im Kreis Rottweil erforderlich würde: Gerhard Wössner wäre wieder dabei. Und das trotz der aufwendigen hygienischen Erfordernisse mit drei paar Handschuhen, Schutzanzug und virensicherem Mundschutz – was ihm alles nichts ausmache.

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