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Aichhalden Eher Heiratsschwindel als Mord

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Foto: Herzog Foto: Schwarzwälder Bote

Wenn in Aichhalden eine durchzechte Nacht mit einer Leiche endet, dann reißt der "Mord im Hühnerstall" die Besucher vor Lachen förmlich von den Stühlen.

Aichhalden. Wer am Samstag- oder Sonntagabend die Krimis im Fernsehen links liegen ließ und zum Theater des Fußballvereins Aichhalden in die Josef-Merz-Halle kam, hat eine gute Wahl getroffen.

Beim kriminalistisch angehauchten Lustspiel der Autorin Regina Rösch in drei Akten bevölkern die liebestollen Junggesellen Alfons (Thomas Glunk) und Karl-Josef (Jochen Becker), deren naive Jungfern-Schwestern Lisbeth (Conny Bosch) und Sophie (Kati Moosmann), zwei windige Feriengäste namens Sabine (Tina Broghammer) und Agathe (Moni Lehrer), ein nicht ganz so schlauer Dorfpolizist Leo (Joachim Fischer) und die Kommissare Horst (Andreas Gaulke) und Harry (Dominik Höfler) die Theaterbühne.

Die Gruppe zündet mehr als drei Stunden lang ein Feuerwerk mit Spielwitz, Situationskomik und Slapstick-Einlagen, die das begeisterte Publikum mit reichlich Szenenapplaus honoriert. Besonders Thomas Glunk ist wieder einmal ganz in seinem Element und bringt mit Wortpassagen, die so nicht im Drehbuch stehen, die Souffleusen Nicole Glunk und Hülya Depfenhart gehörig aus dem Konzept.

Die perfekt ausgestattete Kulisse – von Dirk Zehnder und Christiane Maier meisterhaft in Szene gesetzt – bildete die Pension mit einem alten Hühnerstall, aus dem Hahn Otto lauthals kräht. Das Hintergrundbild zeigt den Aichhalder Kirchturm und erzeugt eine trügerische Dorfidylle.

Zum Inhalt: Alfons und Karl-Josef werden von ihren Schwestern gut umsorgt und führen ein beschauliches Leben. Das ändert sich schlagartig, als Sabine und Agathe sich in der Pension von Lisbeth als vermeintliche Feriengäste einquartieren. Mit ihren weiblichen Attributen verdrehen sie den beiden Junggesellen gehörig den Kopf und lassen deren Hormone verrücktspielen. Die Damen haben aber nur eins im Sinn: sie um ihr Geld zu bringen.

Obwohl es mit der Intelligenz von Lisbeth und Sophie nicht weit her ist, durchschauen sie deren Treiben und legen sich hinter einer Fichte auf die Lauer. Inzwischen steigen die beiden als Radfahrer getarnten Kommissare Horst und Harry in der Pension ab. Nach reichlich Alkoholgenuss in der Disco wollen Alfons und Karl-Josef zu Hause den Damen mit Flaschendrehen Küsse entlocken. Dies gerät völlig aus den Fugen, nachdem sich auch der trinkfreudige einheimische Polizist Leo daran beteiligt. Die Turbulenzen verlagern sich in den Hühnerstall, in dem Alfons mit Messer, Mistgabel und Flaschenhals heimtückisch "ermordet" wird. Aber niemand will der Mörder sein. Um nicht im Frauenknast zu landen, verstecken Lisbeth und Sophie die Leiche unter Reisig.

Weil der "Tote" in der Folgezeit noch zweimal umgebettet wird, nimmt das Chaos weiter an Brisanz zu. Während Leo in einem Diebstahlfall ermittelt, verfolgen die beiden Kommissare Blutspuren vor dem Hühnerstall. Alfons, von den Toten wieder auferstanden, nutzt die Gunst der Stunde in der Rolle seines Zwillingsbruders Max, um hinter die Geheimnisse der Herrschaften zu kommen. Für Sabine und Agathe wird es höchste Zeit, mit der Geldkassette von Alfons das Weite zu suchen. Doch sie kommen nicht weit und werden als dreiste Heiratsschwindlerinnen entlarvt.

Nachdem sich Max wieder in Alfons verwandelt und Hahn Otto erneut kräftig kräht, stürmt er mit einem Messer in den Hühnerstall. Geschieht dort jetzt doch noch ein Mord?

Für die Maske der Laiendarsteller sorgten Manuela und Sabrina Seckinger. Bernd Höfler war für die Technik verantwortlich. Vorsitzender Benjamin Weller zeigte sich erleichtert, dass das 40-jährige Bestehen der Theatergruppe mit zwei Aufführungen gefeiert werden konnte.

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