Kleine und große Hästräger erhalten den Hexen und Sauhirtenschlag und verstärken ab sofort die Narrenzunft. Foto: Schmidtke Foto: Schwarzwälder-Bote

Abstaube und Kleidleschlag bei der Aichhalder Narrenzunft / Anschließend ziehen Gruppen durch Gemeinde

Aichhalden (ks). Die Abstaube-Zeremonie bei der Aichhalder Narrenzunft war am Sonntagmorgen im Gasthaus "Adler" wieder ausführlich, aber die fröhlichen Tage die nun folgen, wurden mit großer Vorfreude begrüßt. Mit stimmungsvoller Musik stellte er Fanfarenzug Groß und Klein auf den musikalischen Sound der nächsten Wochen ein, was mit reichlich Applaus quittiert wurde.

Kurz und heftig wird die Fasnet mit Umzügen und Hallenfasneten werden, denn zwischen dem Dreikönigstag und Aschermittwoch stehen nur 37 Tage zur Verfügung. Mit dem Narrenmarsch wurde der Sarg zu der wartenden Meute getragen und Zunftmeister Klaus Hörl erinnerte wehmütig an die grausige fasnetslose Zeit: "320 Tage isch’s jetzt her, da war uns Narren von Aichhalden zum Heule und des Herz war schwer, hän verbrenne müsse dia Hex am Boom, und hän’d g’sunge und brüelet noch, oh jerum, oh jerum, dia Fasnet hot a Loch". Doch dann konnte endlich der Sarg geöffnet werden. Nacheinander schlüpften Blitzteufel, Hexe, Sauhirt und Hansel in ihre Gewänder und der Narrenrat mit Zunftmeister Klaus Hörl mahnte zum ordentlichen Verhalten an. Abstaubegruppen zogen im Anschluss durch die Gemeinde und das Umland, um jeglichen Staub des Alltags abzuwedeln und die Kleidle und Masken zu prüfen. Wobei dieser "TÜV" an den einzelnen Stationen meist mit einer Erfrischung verbunden war.

Am Samstag werden in Aichhalden die Fasnetsbändel aufgehängt. Treffpunkt ist für die Mitglieder um 9 Uhr am Narrenstüble. Abends nimmt die Narrenzunft am Nachtumzug der Erzknabberteufel teil. Am Sonntag ist die gesamte Zunft Gast beim Jubiläumsumzug der 40 Jahre alten Hochsteiger-Hexen in Lauterbach.Sechs neue große und kleine Hexen (Clarissa Dold, Luca Kendl, Niklas Günter, Leon Kopp, Mia Kerschgens, Ilona Schwikowski, Frank Baumann Nico Kremzow) wurden am Abstaubetag von Steffen Auber und Pascal Hölz der Musterung unterzogen, die Kleider und Masken auf Vollständigkeit geprüft und feinsäuberlich vom Staub des Alltags befreit.

Dazu wurde die Geschichte der Aichhalder Fasnet wurde verkündet, vom Mittelalter an, über das Treiben der französischen Soldaten bis hin zum legendären Aichhalder Blitz. Die Narrenzunft freut sich auch über die Aufnahme von zwei Sauhirten (Losgewinnerin Jasmin Depfenhart und Rainer Kopp), die vom Wams über den Fuchsschwanz bis hin zu den roten Strümpfe und de warmen Unterhose geprüft worden waren. Mit dem Hexen- und Sauhirtenschlag wurden die neuen Mitglieder aufgenommen, die gleich bewiesen, dass sie zum Narrenmarsch springen konnten.

Neue Hansel gab es in diesem Jahr keine. Mittlerweile sind in Aichhalden 600 Hexen im Umlauf. Dazu gesellen sich 40 Sauhirten und Brezeln gibt es von den über 50 Hanseln, die älteste Narrenfigur aus Aichhalden, die 1992 wiederentdeckt und neu belebt wurde. Eine Einzelfigur ist der Blitzteufel. Aktuell hat die Narrenzunft 860 Gefährten und gehört damit zu den mitgliederstärksten Gemeinschaften des Orts.