Eine gelungene Titelverteidigung bot das Endspiel beim AHG-Cup in Bildechingen. Veronika Erjavec setzte sich gegen eine müde Julie Struplova mit 7:5, 6:0 durch. Damit ist sie die erneute Siegerin des Weltranglistenturniers.
Ein tschechisch-slowenisches Finale sahen die zahlreichen Zuschauer zum Abschluss der Jubiläumsausgabe des internationalen Damen-Tennisturniers in Bildechingen.
Am Samstag war auf der Anlage des TC Bildechingen bereits das Doppel-Endspiel zu sehen. Auch hier waren Tschechien und Slowenien vertreten. Die Slowenin Nika Radisic und Aneta Kucmova (Tschechien) gewannen das umkämpfte Match mit 6:4, 6:7 und im finalen Match-Tiebreak mit 10:2 gegen Yuki Naito (Japan) und Alina Charaeva (Russland).
Tags darauf strömten die Zuschauer und Zuschauerinnen nach Bildechingen, denn zuerst wurde ein Jubiläumsspiel ausgetragen. Dabei waren ehemalige Siegerinnen auf dem Feld und stimmten mit ihren Matches das Publikum ein. Als Veronika Erjavec und Julie Struplova das Feld zum Einspielen betraten, war die Stimmung bereits bestens und die Spielerinnen belohnten die Tennis-Fans.
Seit 2017 Profi
Einen packenden ersten Satz lieferten die Spielerinnen ab. Erjavec, die im vergangenen Jahr das Turnier gegen Anna Gabric aus Deutschland gewonnen hatte, war zur Titelverteidigung zurückgekehrt. Die 24-Jährige liegt im weltweiten Ranking auf Platz 170 und ist seit 2017 Profi. Über das ganze Match hinweg brachte sie die Zuschauer und Zuschauerinnen immer wieder durch in ruhige Art zum Staunen.
Julie Struplova, die erst 19 Jahre alt ist, dagegen begeisterte zwar zu Beginn des ersten Satzes immer wieder durch clevere Aktionen, lamentierte aber auf Tschechisch immer wieder mit sich selbst. Gegen Ende des ersten Satzes, als Erjavec das Spiel nach einem 2:4 und kurz darauf einem 4:5 zweimal drehte, wurde Struplova immer nervöser, während Erjavec in sich zu ruhen schien. Hier zeigte sich dann auch die längere Erfahrung der Slowenin, die geduldig blieb und ihre Gegnerin immer besser in den Griff bekam. Nachdem Erjavec den ersten Satz mit 7:5 doch noch gewann, schien die Moral der Tschechin gebrochen.
Immer wieder Ausrutscher
Diese hatte am Freitag bereits ein extrem kräftezehrendes Viertelfinale hinter sich bringen müssen. In diesem hatte Julie Struplova in einem fast dreieinhalb Stunden dauerenden Spiel Katharina Hopgarski niedergerungen. Das schien der 19-Jährigen, die auf dem sehr gut präparierten Platz auch immer wieder stolperte oder ausrutschte, noch in den Knochen zu stecken, denn im zweiten Satz spielte nur noch die agile Erjavec und machte mit 6:0 kurzen Prozess.
Bei der Siegerehrung freute sich Janina Orcullo aus dem Vorstand des Turnierfördervereins über ein gelungenes Jubiläumsturnier. Markus Gramer, einer der Vorsitzenden des TCB, lobte den Einsatz der vielen Helferinnen und Helfer, die auch trotz einer Grippewelle in ihren Reihen alle Dienste bewältigten und so ein tolles Turnier gewährleisteten.
Faire Zuschauer
Die beiden Finalistinnen lobten sich in ihren Ansprachen ausdrücklich gegenseitig. Struplova sagte, dass sie zwar enttäuscht sei, aber sich freue, eine so tolle Woche gespielt zu haben. Veronika Erjavec lobte das Turnier, zu dem sie nach einer Verletzungspause zurückgekehrt war, und auch die sehr fairen Zuschauer.
Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte die Slowenin über das Spiel: „Ich denke ich habe ein gutes Niveau gezeigt. Zu Anfang war meine Gegnerin ein bisschen aggressiver. Daran habe ich mich gewöhnt und den Druck erhöht. Als ich es geschafft habe, meine Gegnerin mehr laufen zu lassen, zeigte sich, dass sie mehr Stunden gespielt hatte im Turnier.“
Auf die Frage, wie sie ruhig bleiben kann, erklärte Erjavec lachend: „Mein Trainer würde wohl nicht sagen, dass ich ruhig war. Aber wir arbeiten daran.“ Wütend zu werden und dadurch die Energie auf etwas anderes als das Spiel zu fokussieren, helfe nicht. „Manchmal klappt es besser, manchmal weniger. Ich bin froh, dass es heute gut für mich ausgegangen ist.“
Nächstest Turnier wartet
Bereits in zwei Tagen spielt Erjavec bei einem ITF 75000 Turnier in Italien. „Ich hoffe es wird wie im vergangenen Jahr, als ich es geschafft habe, zwei tolle Turnier hintereinander zu spielen.“ Denn 2023 hatte sie innerhalb von wenigen Tagen erst in Bildechingen und danach in Cordenons (Italien) gewonnen.
Turnierdirektor Thomas Bürkle sagte schmunzelnd in seiner Ansprache nach dem Spiel: „Im nächsten Jahr musst du dann zurückkommen, wenn du unter den Top 100 bist.“ Bleibt abzuwarten, wohin die Karriere der jungen Slowenin noch führen wird.