Trotz Belebung am Arbeitsmarkt: die Jugendarbeitslosigkeit ist weiter stark ausgeprägt. Das sind die Zahlen dazu.
In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg waren zum Stichtag 13 850 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 178 Personen weniger als im Vormonat (minus 1,3 Prozent), aber 370 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk verringerte sich um ein Zehntel auf 4,8 Prozent.
Die Zahl der Arbeitslosen war bei fast allen Personengruppen im Februar rückläufig. Ein überdurchschnittlicher Rückgang zeigte sich bei den unter 20-Jährigen: 52 Personen weniger als im Vorjahr – das entspricht einem Rückgang von rund 14 Prozent innerhalb dieser Altersgruppe.
Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil - Villingen-Schwenningen sieht jedoch weiterhin Handlungsbedarf und ordnet ein: „Die positive Entwicklung im Berichtsmonat kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Jugendarbeitslosigkeit in unserer Region in den letzten zehn Jahren um mehr als zwei Drittel erhöht hat.“ Im Februar 2016 waren 951 Arbeitslose unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Aktuell sind es 1614.
Keine Trendwende
„Hinzu kommt, dass viele junge Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt ohne eine Ausbildung wagen. Eine solche Entscheidung mag kurzfristig finanziell attraktiv sein, auf die langfristige berufliche Entwicklung gesehen aber eine Einbahnstraße“, so Scholz. „Das A und O einer stabilen Erwerbslaufbahn ist weiterhin eine fundierte Ausbildung. Hier sehe ich keine Trendwende.“
Eltern sollen unterstützen
Scholz appelliert auch an die Erziehungsberechtigten: „Begleiten Sie Ihre Kinder als starker Partner in dieser wichtigen Phase am Übergang von der Schule in den Beruf. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit hat zusammen mit Ihren Netzwerkpartnern zahlreiche Informationsformate speziell für Eltern und Erziehende im Angebot.“
50 Prozent beim Jobcenter betreut
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6984 Personen (56 Personen weniger als im Vormonat, aber 492 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 6866 Arbeitslose registriert (122 Personen weniger als im Vormonat und 122 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden rund 50 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
3060 Stellenangebote
Aktuell befinden sich 3060 Stellenangebote im Bestand der Agentur für Arbeit (83 mehr als im Vormonat). Neue Angebote im Februar kamen unter anderem für die Berufsgruppen Metallbearbeitung, Maschinenbau- und Betriebstechnik, Lagerwirtschaft und Logistik, Erziehung und Sozialarbeit sowie Praxishilfen hinzu. Im Februar gingen 78 Anzeigen für Kurzarbeit für insgesamt 985 Beschäftigte ein (vorläufige Daten, 01.02. bis 23.02.2026).
Kurzarbeiterquote bei 2,7 Prozent
Laut aktueller Hochrechnung wurde im Oktober 2025 für 5850 Beschäftigte aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Kurzarbeiterquote lag im Agenturbezirk im Oktober bei 2,7 Prozent.
Kreis Rottweil: 2902 Menschen waren arbeitslos gemeldet, neun Personen mehr als im Vormonat, 112 Personen weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,5 Prozent. Schwarzwald-Baar-Kreis: 6431 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 89 Personen weniger als im Januar, aber 168 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,2 Prozent. Kreis Tuttlingen: 4517 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 98 Personen weniger als im Vormonat, aber 314 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,4 Prozent.