Der obere Marktplatz in Freudenstadt stand am Wochenende im Zeichen Afrikas. Die Besucherresonanz war wegen des Wetters und der schlechten Prognosen aber eher verhalten. Der Veranstalter führt dies auch auf die Absage des Public Viewing zur Fußball-EM zurück – und übt Kritik.
Veranstalter Mafoday Cham zog am Sonntagnachmittag eine eher nüchterne Bilanz des diesjährigen Afrikafests und zeigte sich nicht sonderlich zufrieden.
Zwar wäre der Samstag mit ziemlich „afrikanischen“ Temperaturen grundsätzlich gar nicht schlecht gewesen für das Fest, das von der Stadt bereits am Nachmittag abgesagte Public Viewing mit Unwetterwarnung und prognostiziertem Starkregen habe den Besucherandrang dann aber stark ausgebremst, schildert Cham seine Wahrnehmung.
Viele Besucher, auch von außerhalb, seien deshalb gar nicht erst gekommen oder wieder gegangen, obwohl sich die Prognosen am Ende so gar nicht als richtig erwiesen hätten. Das habe dem Fest ziemlich geschadet. Das typische Schwarzwälder Wetter am Sonntag mit Regen und Wind habe sich auch nicht gerade positiv ausgewirkt.
„Ich bin deshalb nicht sonderlich zufrieden in diesem Jahr“, sagt Mafoday Cham. Den Händlern an den Ständen ging es ähnlich, der erwartete Umsatz war bei diesen Rahmenbedingungen nicht in jedem Fall gewährleistet.
44 Aussteller mit dabei
Die Vielfalt des Angebots für die Besucher, die trotzdem gekommen waren, war groß. 44 Aussteller – erstmals auch aus Kenia und dem Senegal – präsentierten das gesamte Spektrum von farbenfroher afrikanischer Kleidung über exotischen Schmuck bis zu Körben und Masken, die den afrikanischen Kontinent und die dortige Kultur repräsentierten.
Auch unzählige Räucherstäbchen und Rauchwaren – gut gegen schlechte Gerüche, vor allem aber sollen sie gegen negative Energien in der Wohnung helfen – samt der dazu gehörenden Utensilien wurden an gleich mehreren Ständen verkauft. Kaffeefreunde kamen am äthiopischen Kaffeestand auf ihre Kosten.
Für Individualisten
Outfit-Individualisten freuten sich über selbst gebatikte T-Shirts aus dem Senegal. „Wir kommen jedes Jahr an diesen Stand“, erzählt eine Besucherin aus Loßburg begeistert, als sie die Unikate anprobiert. Der senegalesische Standbetreiber ist mit seiner deutschen Frau aus Aachen angereist. Auch die Anfahrtswege der anderen Standbetreiber waren mitunter lang und die Erwartungshaltung entsprechend groß. „Die meisten von ihnen sind jedes Wochenende woanders unterwegs“, sagt Cham. Damit sich auch die jüngsten Besucher wohl fühlen, hatte er in diesem Jahr erstmals eine Hüpfburg organisiert, die gut frequentiert war. Längere Warteschlangen gab es – wie jedes Jahr – an den Ständen, an denen man sich eine adrette und in der Pflege unkomplizierte Rasta- oder Dreadlocks-Frisur verpassen lassen konnte.
Speisen kommen gut an
Was ebenfalls wieder gut ankam, das waren die typischen afrikanischen Speisen auf dem Fest. Schon der Blick in die großen Töpfe voller exotischer Leckereien bereitete Genuss und machte die „Qual der Wahl“ nicht unbedingt leichter.
Burger vom Krokodil
Krokodil- und Zebraburger, Känguru-Ragout und Mango-Curry sorgten für einen erfreulichen Kontrast zu Pommes und Würsten, die häufig bei ähnlichen Festen den Speisenplan dominieren. Frische Säfte und ein Eisstand sorgten für Erfrischung, besonders am Samstag.
Der Lions Club informierte über ein Brunnenprojekt in Namibia und sammelte Spenden dafür, der Förderkreis Kenia präsentierte seine Projekte am Samstag bei der Stadtkirche. Angekündigt waren zudem verschiedene Künstler, nicht nur aus Afrika, die das Programm musikalisch bereicherten.