Kommentar:  

Afghanistan soll sich selbst helfen

Die Botschaft hört man wohl, allein, es fehlt der Glaube: Bis 2014 soll Afghanistan lernen, wieder selbst für seine Sicherheit zu sorgen. Deshalb werden zunächst einmal weitere 39 000 alliierte Soldaten an den Hindukusch geschickt.

Das zeigt: Die Afghanistan-Konferenz setzt auf das Prinzip Hoffnung. Nach acht Jahren ist sie müde – ausgelaugt von einem Kraftakt, der kaum noch Erfolge vorweist. In London ging es nicht um Aufbau, sondern um Abzug. Nicht überhastet, aber so flott wie möglich. Nicht geschlagen, aber illusionslos.

Afghanistan soll sich selbst helfen – Distrikt für Distrikt soll der schwache Präsident Hamid Karsai die Verantwortung übernehmen. An seiner Seite die Taliban. Dass der Bock zum Gärtner wird, nimmt man billigend in Kauf. Dass das Konzept wenig realistisch ist, auch. Der Westen kauft sich frei. Das Signal von London, es lässt sich in zwei Worte fassen: Hauptsache raus.

Von Wolfgang Molitor