Alice Weidel Foto: Christoph Schmidt/dpa/Christoph Schmidt

Die Parteichefin Alice Weidel spricht in der Rottweiler Stadthalle vor rund 800 Besuchern über die Regierungsfähigkeit ihrer Partei.

Auch wenn sich die jüngsten Umfrageergebnisse für die AfD nach zwischenzeitlichen Höchstständen wieder leicht nach unten bewegen, mangelt es der Partei nicht an Selbstbewusstsein.

 

Weidel wird von den rund 800 Besuchern gefeiert

„Die größten Herausforderungen für eine AfD-Regierung“ lautet das Thema der Veranstaltung in der Reihe „Rottweiler Dialog“ in der Rottweiler Stadthalle. Als Hauptrednerin präsentierten die beiden Landesvorsitzenden Emil Sänze und Markus Frohnmaier Alice Weidel, die Parteichefin und Vorsitzende der Bundestagsfraktion. Sie enttäuscht ihre Zuhörer nicht und wird von den rund 800 Besuchern gefeiert, während vor der Halle lautstark gegen die AfD demonstriert wird.

Hohn und Spott für Baerbock

Die „Larifari-Politik der offenen Grenzen“ werde man sofort beenden, betont Weidel. Hohn und Spott gibt es für Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne): „Die ganze Welt lacht über uns.“ Die Wirtschaftspolitik und die von der Ampel verursachten steigenden Energiekosten hätten die De-Industrialisierung des Landes zur Folge.

Corona-Maßnahmen sollen konsequent aufgearbeitet werden

Die Parteichefin – laut Emil Sänze „Kandidatin für das Amt der Bundeskanzlerin“ – präsentiert an diesem Abend eine Art Kernprogramm für eine AfD, die an einer Bundesregierung beteiligt ist: So fordert sie „mehr Netto vom Brutto“, eine deutliche Beschränkung der Migration und „Rückführung all jener, die sich nicht legal im Land aufhalten“. Vor allem aber werde man eine Politik machen, die sich „klar an den Interessen Deutschlands und seiner Bürger“ orientiere, betonte sie. Auch werde man die Entstehung und die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen konsequent aufarbeiten – „ohne geschwärzte Textpassagen“. „Wir können alles, auch regieren“, so die Botschaft Waigels. Dass der jüngste Landesparteitag an selber Stelle ziemlich chaotisch und alles andere als harmonisch verlaufen ist, scheint vergessen.