AfD-Doppelspitze: Emil Sänze (links) und Markus Frohnmaier Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Die AfD im Land wehrt sich gegen die Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Sie hat es selbst in der Hand, dies zu beenden, kommentiert Christian Gottschalk.

In jeder Partei gibt es verschiedene Strömungen. Selbst bei Chinas Kommunisten ist das der Fall, auch wenn man davon kaum etwas mitbekommt. Doch während sich bei Sozial- oder Christdemokraten hierzulande die Flügel im Rahmen dessen bewegen, was die freiheitlich-demokratische Grundordnung als Mindestmaß verlangt, kann man bei der so genannten Alternative für Deutschland daran zweifeln.

 

Nicht jeder Wähler ist ein Nazi

Es ist völlig klar: Nicht jeder AfD-Politiker ist automatisch mit nationalsozialistischem Gedankengut oder völkischer Gesinnung in Verbindung zu bringen. Das gilt erst Recht nicht für jeden Wähler dieser Partei. Aber doch finden gerade die Menschen, die sich außerhalb dessen Bewegen, was die Meinungsfreiheit noch zulässt, hier immer wieder ein zu Hause.

Welche Strömung in der AfD letztendlich die Oberhand gewinnen wird, das steht auch rund zehn Jahre nach Gründung der Partei noch nicht mit Sicherheit fest. In der Vergangenheit schien es zumindest so, als ob die radikaleren Kräfte die größere Durchsetzungskraft besäßen. Wenn der Verfassungsschutz ein wachsames Auge auf die Aktivitäten der AfD hält, dann ist das daher kein Fehler. Und es ist zugleich eine Chance für die Partei: Wenn sich die moderaten Kräfte hinreichend oft und deutlich von den fragwürdigen Mitgliedern distanzieren, dann ist das die zielführende Möglichkeit, dem Überwachungsdruck zu entkommen.