Die Tagesordnung der nächsten Burladinger Gemeinderatssitzung wartet mit einer Überraschung auf. Es geht um eine AfD-Personalie.
Es steht auf der Liste der Tagesordnungspunkte in der nächsten Gemeinderatssitzung gleich nach den Bekanntmachungen und der Bürgerfragestunde. Ein Stühlerücken bei der AfD, der drittgrößten Gemeinderatsfraktion.
Dass er zur Landtagswahl im März 2026 nicht mehr antreten will, das hatte der AfD-Fraktionschef Joachim Steyer bereits im Mai dieses Jahres bekanntgegeben. Damals hatte er Mobbing im Landtag beklagt und eingeräumt, dass er die Hoffnung etwas ändern zu können, verloren habe. Tatsächlich wird im Wahlkreis Hechingen Münsingen nun Herbert Gah ins Rennen geschickt, in Reutlingen Maximilian Gerner. Darauf haben sich die AfD Kreisverbände Zollernalb und Reutlingen in einer Nominierungsveranstaltung geeinigt.
Nachrücker ist Martin Böhm
Schon damals wurde bei Beobachtern der lokalen Polit-Szene darüber gerätselt, ob das auch Auswirkungen auf das Burladinger Stadtparlament haben könnte. Und tatsächlich: Der 60-jährige Gas- und Wasserinstallateurmeister Joachim Steyer aus dem Ortsteil Hausen hat nun auch den Gemeinderat um Entlassung aus dem Gremium gebeten.
Die Stadtverwaltung hat dies als Punkt auf die Tagesordnung gesetzt. Nachrücker wäre Martin Böhm, der noch in der gleichen Sitzung vereidigt werden soll. Immer vorausgesetzt, der Gemeinderat stimmt dem Ausscheiden zu und sieht beim Nachrücker keine Hinderungsgründe das Ehrenamt anzutreten.
Steyer, bislang immer noch Fraktionschef der AfD im Landtag, gehört zu den Gründungsmitgliedern der AfD-Ortsgruppe in Burladingen und saß seit der Kommunalwahl 2019 im Burladinger Gemeinderat. Damals gelangen ihm und drei weiteren Mitstreitern auf Anhieb der Sprung in das Gremium. Schon zuvor galt er als Intimus des ehemaligen Burladinger Bürgermeisters Harry Ebert. Derzeit ist die AfD mit sechs Sitzen im Burladinger Gemeinderat vertreten.