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St. Georgener Ärzteschaft kritisiert staatliche Impfstrategie

Kritisch sieht die St. Georgener Ärtzeschaft die staatliche Impfstrategie, prangert die Verschleuderung von Steuergeldern in diesem Zusammenhang an und dass der Impfschutz der Bevölkerung unnötig verzögert wird.

St. Georgen (rtr). Die St. Georgener Ärzteschaft freue sich für die Bürger von St. Georgen und Königsfeld für den zusätzlichen Input an Impfstoff, der durch die Aktion des Impfzentrums Offenburg am Samstag, 19. Juni, in St. Georgen kommen werde, teilt der Sprecher der Ärzteschaft, Johannes Probst, mit. "Diese für beide Gemeinden angesagten 760 Impfdosen werden die Durchimpfungsrate unserer Bürger wieder weiter voranbringen."

Kritisch fügt Probst hinzu: "Der Fairness halber und auch zur Beurteilung des Gesamtbildes legen wir aber darauf Wert, die folgenden Gedanken ebenfalls zur Kenntnis zu bringen: Wöchentlich verimpft die St. Georgener Ärzteschaft im Schnitt 700 Impfungen. Dies unter größtem organisatorischen Aufwand, um die ihnen vertrauten Patienten möglichst zeitnah und entsprechend ihrer gesundheitlichen Risiken vor einer Coviderkrankung zu schützen."

Weiter heißt es in der Mitteilung von Probst: "Die uns von staatlicher Seite zur Verfügung gestellen Impfstoffmengen waren im Verhältnis zu den erforderlichen Mengen so lächerlich gering (aktuell sechs Impfstoffe pro Woche pro Arzt für Biontech-Erstimpfungen), dass unsere Praxen unter dem wegen des Mangels nicht zu befriedigenden Ansturm und dem dadurch gesteigerten Aufwand und unsere Patienten unter der folgenden Vertröstung schwer gelitten haben."

Probst: Impfung bei Vertragsärzten wäre günstiger gewesen

"Nicht nur, dass die Dummheit der Verteilung (keine gerechte und an der Bevölkerungszahl ausgerichtete Verteilung der Impfstoffmengen unter den Kreisen) von keinem vernünftig denkenden Bürger nachvollzogen werden kann. Auch die Tatsache, dass hier Impfzentren mit einem unvorstellbaren Finanzvolumen eingerichtet wurden und nun mit Impfstoffmengen überschüttet zu werden scheinen, die es ihnen erlauben, in weit entfernten Landkreisen Impfaktionen durchzuführen, die ein mehrfaches an Impfkosten nach sich ziehen, als es bei den Impfungen der Vertragsärzte vor Ort gekostet hätte, erntet Unverständnis und sät Wut", wird Johannes Probst noch deutlicher.

"Die jetzt hier zum Impfen anstehenden 760 Impfungen wären zu einem Bruchteil der Kosten, ohne zusätzlichen personellen Aufwand von uns niedergelassenen Ärzten mit höherer, da Patientenbezogenerer Qualität innerhalb der vergangenen Wochen spielend an die Patienten verteilt worden", zeigt der Mediziner Alternativen auf.

"Es muss leider so gesagt werden: Die Paradoxie dieser staatlichen Impfstrategie und Organisation offenbart, mit welcher Inkompetenz hier gearbeitet oder zumindest gedacht wird und wie leichtfertig hier die Staatsgelder verschleudert und der Impfschutz der Bevölkerung leichtfertig, da völlig unnötig, verzögert erreicht werden wird", gibt Probst die Meinung der St. Georgener Ärzteschaft wieder.

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