Nicht nur bei Haus- und Kinderärzten ist die Versorgung im Landkreis Calw miserabel. Inzwischen fehlt es auch an Dermatologen. Die Lage ist dramatisch – und das Problem großteils hausgemacht, meint unsere Autorin.
Der Ärztemangel im Kreis Calw wird immer dramatischer. Nun fehlt es nicht mehr nur an Haus- und Kinderärzten, auch bei den Dermatologen ist die Versorgungslage miserabel. Zwei Praxen sollen 160 000 Landkreisbewohner betreuen. Beide nehmen keine neuen Patienten auf.
Versorgungsgrad und Bedarf sind zwei paar Stiefel
Wer sollte es den Medizinern verübeln? Denn Ärzte, die zu viele behandeln, werden noch dafür bestraft – mit weniger Geld pro Behandlung. Dass die kassenärztliche Vereinigung (KV) mit vier Praxen im Landkreis, also zwei mehr als es sind, rechnet, macht die Sache noch schlimmer. Es zeigt nämlich, wie wenig der KV-Versorgungsgrad mit dem tatsächlichen Bedarf zu tun hat.
Der Ärztemangel ist gravierend – und großteils hausgemacht: zu wenig Geld und zu viel Bürokratie schrecken Mediziner davon ab, sich niederzulassen. So krankt das ganze Gesundheitssystem, und die Leidtragenden sind die gesetzlich Versicherten – die seit Januar mal wieder einen höheren Zusatzbeitrag zahlen.