Noch herrscht Baustellenflair, doch bald soll hier Leben einziehen: Das neue MVZ in Schwenningen steht kurz vor dem Start – mit einem frischem Team und großer Vision.
Das neue Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) am Muslenplatz in Schwenningen rückt mit großen Schritten näher an die Eröffnung. Bis die ersten Patienten vom Praxisteam empfangen werden können, steht allerdings noch einiges an Arbeit an. Wie lange das noch dauert – und welche Ärzte künftig für die medizinische Versorgung bereitstehen – wir haben nachgefragt.
Von außen zeigt sich das Gebäude gegenüber der Stadtbibliothek in neuem Glanz – drinnen empfängt uns noch eine Baustelle. Bauutensilien stehen in den einzelnen Räumen verteilt, und Kabel sind noch zu sehen.
Doch das soll sich in den nächsten Monaten verändern: Das neue MVZ Regiomedes teilt sich in sieben Sprechzimmer, zwei Wartebereiche, drei Funktionsräume auf, dazu kommen ein Labor, Sozialräume und Umkleiden für das Personal sowie ein Verwaltungsraum auf einer Gesamtfläche von 370 Quadratmetern.
Die Wände hierfür wurden bereits eingezogen. Bis Ende 2025 soll der Innenausbau vollendet sein, erklärt Oberbürgermeister Jürgen Roth. Dann folgen noch die Einrichtung sowie die Anschaffung von medizinischem Inventar. „Ich kann mir das MVZ schon richtig vorstellen“, sagt er schmunzelnd.
Grünes Licht vom Zulassungsausschuss
Auch der zuständige Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Freiburg habe grünes Licht für den Start des MVZ gegeben, meint der Oberbürgermeister.
Wichtig sei im MVZ vor allem, dass die Patienten sich wohlfühlen, fügt Ronan Doran, Geschäftsführer des Central Hotels und Vermieter des neuen MVZ-Gebäudes, hinzu. Dafür solle beispielsweise die hohe Deckenhöhe und auch ein schönes Design sorgen, erläutert er.
„Der Leerstand des Gebäudes war mir schon lange ein Dorn im Auge“, erklärt der Hotelier. Umso glücklicher sei er nun, dass das Medizinische Versorgungszentrum so schnell realisiert werden konnte.
Mit diesem Projekt werde außerdem nicht nur dem medizinischen Versorgungsmangel entgegengewirkt, sondern auch die Innenstadt belebt – indem hin und wieder jemand nach einem Arztbesuch einen Kaffee trinken gehe oder etwas einkaufen, erklärt Doran beispielhaft.
Weitere Schritte bis zur Eröffnung
Weitere Schritte in der Entwicklung des MVZs wie die Teamentwicklung und das Festlegen der Sprechzeiten stehen noch auf dem Plan, meint André Saliger, Geschäftsführer der Regiomedes.
Ein genauer Eröffnungstermin sei allerdings noch nicht festgelegt, so Saliger. Voraussichtlich Anfang Januar, schätzt er.
Eine Frage bleibt allerdings noch offen: Welche Fachärzte werden für die medizinische Versorgung im MVZ sorgen? Inzwischen seien drei Ärzte für das Projekt gewonnen worden, erklärt Roth.
Vier der sieben Behandlungsräume sind für Allgemeinmediziner vorgesehen, so der OB. Einer davon ist Allgemeinarzt Alexander Regge. Dieser bringe gleich sein gesamtes Praxisteam mit ein, meint der städtische Pressesprecher, Patrick Ganter.
Bürokratiearbeit wird auf viele Köpfe verteilt
Einzelpraxen hätten es zunehmend schwer, sich zu behaupten, erklärt Regge. Einer der großen Vorteile eines MVZ sei daher die Möglichkeit, bürokratische Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen.
In diesem Sinn erklärt die Hausärztliche Internistin Jasmin Mujadzic, die das Team der Allgemeinmediziner ergänzt, dass sie froh sei, diesen Schritt gewagt zu haben.
Auch die Kinderärztin Özdem Baumeister-Özkan, die vorerst allein in den drei Sprechzimmern für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen verantwortlich sein wird, schließt sich den Worten ihrer Kollegin an. „Ich kenne ganz andere Arbeitsbedingungen“, meint sie.
Doch noch ist das Team des MVZs nicht vollständig besetzt: Ein bis zwei Ärzte können noch ergänzt werden, fügt Saliger hinzu. Auch medizinisches Fachpersonal solle punktuell noch hinzukommen.
Und sollte das Konzept des MVZs sich auszahlen, könne man sich auch vorstellen ein weiteres Ärztezentrum in Villingen zu eröffnen, meint Roth.