Werner Bösch (von links), Katharina Schmid, Ralph Ostertag, Maria Lena Weiss, Jens Keucher, Siegfried Dölker und Hans-Peter Fauser nahmen an der Eröffnung teil. Foto: Vögele

Katharina Schmid, Allgemeinmedizinerin sowie Fachärztin für Chirurgie und Notfallmedizin, hält alle zwei Wochen eine ärztliche Sprechstunde im Dorfgemeinschaftsraum ab. Durch das kundenorientierte Modell geht man jetzt zum Patienten.

Im Rahmen einer Feierstunde wurde im Dorfgemeinschaftsraum eine ärztliche Außenstelle eröffnet.

 

Vor Ort waren die Ärzte Werner Bösch, Katharina Schmid und Ralph Ostertag. Von kommunalpolitischer Seite aus waren Jens Keucher, Bürgermeister der Stadt Sulz, der 1. Beigeordnete der Stadt, Hans-Peter Fauser und Ortsvorsteher Siegfried Dölker anwesend.

E-Mail macht den Anfang

Als Ehrengast wohnte die Bundestagsabgeordnete Maria Lena Weiss der Eröffnung bei.

In seiner Begrüßung ließ Ortsvorsteher Siegfried Dölker den ganzen Werdegang nochmals anschaulich Revue passieren.

Es begann mit der E-Mail vor einem halben Jahr, in der das Anliegen der Ärzte, eine Außensprechstunde einzurichten, an ihn herangetragen wurde.

Der Ärztemangel ist überall zu spüren

Die Stadt sagte sofort Unterstützung zu. Nun ging es an die praktische Umsetzung, auch baulicher Art. Seit 2024 bestehe eine gute Breitbandversorgung, so dass alles in kurzer Zeit bereitgestellt werden konnte. „Von mir aus kann man starten“, damit war die „Praxis“ eröffnet.

Jens Keucher beleuchtete die gegenwärtige Situation mit dem überall gefühlten Ärztemangel. Das hier entstandene kundenorientierte Modell in Kooperation mit den Ärzten setzt an einem Umdenken an.

Stolz auf medizinische Versorgung

Man geht zum Kunden, hier zum Patienten. Dazu gehöre jedoch auch die Unterstützung durch die Politik, die sich dieses Themas mehr annehmen müsse, führte er aus, denn Selbstständigkeit „darf nicht immer mehr unattraktiv werden“.

Er sei stolz darauf, dass man vor Ort eine medizinische Versorgung anbieten könne. Ralph Ostertag zeigte die Praxis-Entwicklung auf zusammen mit Karl Herrmann und der Angestellten Sibylle Tresp, bis Katharina Schmid zu ihnen gestoßen sei.

Viele Ärzte gehen in Rente

Alle drei sind Allgemeinmediziner, jeweils noch mit einem weiteren Fachgebiet. Sie haben die Praxis Bösch in Dettingen übernommen und ziehen demnächst in ihr neues „Ärztehaus“ um. Mit im Team ist noch ein Neurologe, der die Hausarztpraxis bereichert.

Katharina Schmid ist in der Region verwurzelt

Über ihre Hauptpraxis in Neustetten sieht er eine Möglichkeit, Studenten hierher zu schleusen, denn in den nächsten zehn Jahren gingen doppelt so viele Ärzte in Rente wie Hausärzte nachkämen.

Medizinerin aus Vöhringen

Ab sofort hält Katharina Schmid vierzehntägig dienstags Sprechstunde von 16 bis 18 Uhr. Der Gemeinschaftsraum ist das Wartezimmer.

Katharina Schmid sitzt am Schreibtisch in ihrem Behandlungsraum. Foto: Vögele

Ein anderer Raum beherbergt ein freundliches helles Behandlungszimmer. Schmid stammt aus Vöhringen und hat seit langem einen Draht nach „Mettstett“ über ihren Vater, dem der Ort immer sehr am Herzen lag.

Sie ist nicht nur Fachärztin für Allgemeinmedizin, sondern auch Fachärztin für Chirurgie (Gefäß- und Viszeralchirurgie) und Notfallmedizinerin.