Langsam, aber sicher (Karikatur) Foto: Melanie Jilg

Der Glasfaserausbau muss sich sputen, um mit der technischen Entwicklung mitzuhalten, meint unser Autor.

Das Kabel steckt, die Lichter am neuen Router blinken auf. Erst weiß, dann blau, dann pink, dann wieder weiß. Bis zu 30 Minuten soll dies laut Bedienungsanleitung so gehen. Eine halbe Stunde zittern, dann die Erleichterung: Die LED-Leiste leuchtet blau auf, das Glasfaser-Internet ist – endlich – eingerichtet.

 

Ja, tatsächlich surfe ich seit einigen Tagen zu Hause in zeitgemäßem Tempo. Im Homeoffice schicke ich meine Texte nun mit Lichtgeschwindigkeit durch durchsichtige Röhrchen zu den Servern. Was für eine Technik! Doch der Weg dorthin war langsam und beschwerlich – nicht nur für mich.

Es gibt kaum eine Gemeinde in der Region, die nicht in irgendeiner Form Probleme beim Glasfaserausbau vermeldet. Jüngstes Beispiel: Neuried mit dem Ausbau-Stopp. Bei uns in Kippenheim lief es, soweit man das überblicken kann, einigermaßen gut. Die innerörtlichen Baustellen im vergangenen Jahr waren zwar nervig, aber aushaltbar. Schwieriger war da schon die Kommunikation, als es darum ging, die Technik ins Haus zu bringen.

Sprachprobleme an der Tagesordnung

Die Mitarbeiter der Unterfirmen waren freundlich, keine Frage, sprachen aber zum Teil weder richtig deutsch noch englisch. Mit Händen und Füßen und Satzbausteinen wie „the Anschluss“ oder „the Glasfaser“ gelang es dann doch, meinen Vermietern und mir im Keller jeweils ein Modem zu installieren.

Doch da war die Technik noch nicht in die Wohnungen verlegt. Das war nämlich unser Problem, wie wir schließlich verstanden. Also schnappte sich mein Vermieter Kabel, Leisten und Bohrmaschine und nahm die Sache selbst in die Hand. Vielen Dank an dieser Stelle! Es hat noch rechtzeitig vor dem Auslaufen des alten Vertrags geklappt, sonst hätte ich mir das Arbeiten im Homeoffice abschminken können.

War das den Ärger wert? Im Alltag spüre ich kaum etwas vom neuen Turbo-Internet – vielleicht lädt mal eine Webseite schneller. Doch ich will es als Zukunftsinvestition betrachten. Glasfaser wird unverzichtbar sein, wenn sich die Technik weiterentwickelt. Nur hoffentlich nicht zu schnell, denn die Erfahrung zeigt: Höchstgeschwindigkeit gilt scheinbar nur beim Surfen – nicht beim Ausbau.