Seit langem warten Anwohner von Talheim auf Tempo 30 in der Laurentiusstraße. Das ist laut Rathaus geplant, doch es dauert.
Es kommt der Tag..., prophezeite einst Freddy Quinn, und für den Talheimer Christian Mitschke, ein Anwohner der Laurentiusstraße, der seit Jahren nicht müde wird, auf die teils katastrophale Verkehrssituation in der engen, meist zugeparkten Hauptdurchgangsstraße von Talheim hinzuweisen, kam „der Tag“ am Donnerstag, 24.Juli 2025.
An diesem Abend kam der Ortschaftsrat seinem Wunsch nach, man möge doch endlich durchgehend Tempo 30/km für diese vielbefahrene Straße dem Gemeinderat als Beschlussvorschlag zuschicken.
Doch nicht die von ihm so vehement vorgetragene Gefahrenlage war ausschlaggebend für dieses Vorgehen, sondern die aktuelle Fortschreibung des Lärmaktionsplans.
In diesem Plan ist für Talheim vorgesehen, den Abschnitt entlang der K 4719 ab Abzweig Martinstraße bis zum Kreisverkehr ganztags auf 30 km/h zu beschränken.
Lärm ist gefährlich
„Die Lärmbetroffenheiten der Anwohner liegen im gesundheitskritischen Bereich, so dass Maßnahmen ergriffen werden müssen“, machte Ortsvorsteher Anton Ade im Rahmen der damaligen Ortschaftsratssitzung klar. Er sprach sich auch dagegen aus, auf der oben genannten Strecke einen „Tempo-Flickenteppich“ zu beschließen, also nur dort zu reduzieren, wo es zwingend sein muss oder wo die Einwohner ein Recht darauf haben. „Es geht um gesundheitsgefährdenden Lärm. An der Ortsdurchfahrt gibt es viele „dunkelrote“ Häuser, die stark lärmgefährdet sind. All diese Anwohner haben ein Anrecht auf lärmreduzierte Maßnahmen beziehungsweise Geschwindigkeitsreduzierung“, so der Ortsvorsteher seinerzeit.
Und der Antrag der Ortsverwaltung und des Ortschaftsrates wurde vom Gemeinderat abgesegnet, und seither warten Mitschke und seine Mitstreiter auf die Umsetzung dieser verkehrsrechtlichen Anordnung.
Warum die Wartezeit?
„Tempo 30 km/h kommen einfach nicht – woran liegt das? fragte er in der jüngsten Sitzung des Talheimer Gremiums. Und er bekam Unterstützung von Ortschaftsrätin Ulrike Plinski, die vermutet, dass erst was passiert, wenn dort ein Unglück geschieht.
„Letzte Woche kam es dort fast zu einem Zusammenstoß, bei dem auch ein Kind beteiligt war“, konnte sie aus eigener Erfahrung berichten und ergänzte, dass sie davon ausgehe, dass die Maßnahmen schneller umgesetzt würden – Lärmaktionsplan hin oder her – wenn was passiert. „So wie bei der Withaukreuzung in Eutingen. Erst, als wieder ein Mensch durch einen Unfall ums Leben kam, haben die was gemacht“, schimpfte sie.
Mit „die“ meinte sie alle Beteiligten auf den Straßenverkehrsämtern des Kreises. Von der Stadt Horb hat Ortsvorsteher Anton Ade die Info erhalten, dass die Umsetzung der Maßnahme in der Pipeline wäre, doch es werde eines nach dem anderen bearbeitet, und das dauere halt. „Und zwar so lange wie’s dauert“, erklärte Ade schulterzuckend. Abkürzen könne man diesen Bearbeitungsprozess nicht, obwohl der Ortschaftsrat seine Mithilfe angeboten habe, ergänze Ade.
30 km/h – zu schnell?
Die 30 km/h in der Hauptverkehrsstraße sieht Alfons Schlotter als nicht ausreichend an. Er ist der Meinung, dass man sogar Schrittgeschwindigkeit einführen muss. „Das kriegen wir nicht hin“, musste ihm Ortsvorsteher Ade gleich eine Absage erteilen.
Schlotter hatte als weitere Anregung den Vorschlag parat, dass man wenigstens die Parkflächen markieren sollte. „Die Straßen sind teilweise alle so zugeparkt, dass man nicht einmal mehr ausweichen kann“, schilderte er seine Erfahrungen.
Aber auch das ist eine Dauerthema im Ort. Die Ortsverwaltung hat bereits mehrfach angeboten, dass sich Talheim als Pilotprojekt für die Parkraumbewirtung zur Verfügung stellt, jedoch bisher ohne Erfolg.
Also wird das Thema weiter als Never-Ending-Story die Sitzungen des Talheimer Ortschaftsrates bereichern und den Blutdruck der betroffenen Bürger auf Höchstwerte treiben.