Der Parkplatz hinter der Neckarhalle wird seit vergangenen Herbst bewirtschaftet. Foto: Mareike Kratt

Seit vergangenen Oktober wird der Parkplatz an der Neckarhalle bewirtschaftet und bittet jetzt auch Studenten zur Kasse. Wie reagieren sie darauf – und welche Alternativen haben sie?

Es sind nachvollziehbare Gründe, die die Stadt dazu bewogen hatten, den Parkplatz an der Neckarhalle Richtung Neckartower im Herbst kostenpflichtig zu machen: Er war in der Vergangenheit immer wieder zum Ziel von Autoposern und Falschparkern geworden, die markierte Stellflächen missachtet oder Fahrgassen zugeparkt hatten, so dass teils die notwendige Sicherheit sowie planmäßige Nutzung der Fläche für Veranstaltungen oder Sitzungen nicht mehr gegeben war.

 

Auch von Studenten sei der Platz wild beparkt worden, hatte die Stadt bei der Vorstellung der Bewirtschaftungspläne argumentiert.

Seit Oktober greift hier also ein neues digitales Parkraumbewirtschaftungssystem ohne Schranke, das die Autokennzeichen bei der Einfahrt erfasst und die Autofahrer bei der Ausfahrt bargeldlos zur Kasse bittet: Im Zeitraum von 6 bis 15 Uhr gilt der Studententarif für zwei Euro, von 17 bis 6 Uhr wird ein Kulturtarif von vier Euro erhoben. Im übrigen Zeitraum kostet das Parken zwei Euro pro Stunde.

Ordnung eingekehrt

Für Unmut hat die neue Gebührenpflicht bei einigen Studenten gesorgt. Dass die Stadt vor einiger Zeit zunächst dem wilden Parken auf dem Platz mit Schildern Einhalten geboten hat, können beispielsweise zwei junge Frauen verstehen. Denn es hätten durchaus chaotische Verhältnisse geherrscht und alles sei zugeparkt gewesen. Doch mit der Markierung der Parkplätze sei bereits vor der Erhebung von Parkgebühren Ordnung eingekehrt, argumentieren sie.

Die Parkgebühr belaste die jungen Leute teilweise sehr, denn an den meisten Tagen sei es mit dem Studententarif für zwei Euro nicht getan, der ja noch angemessen wäre. Aber an kaum einem Tag seien die Vorlesungen und Seminare bis um 15 Uhr beendet, ob an der Hochschule Furtwangen (HFU) oder der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), schildern sie die Situation. Und dann seien zwei Euro pro angefangener Stunde fällig, so dass über die Wochen und den Monat einiges an Kosten auf sie zukomme. Um Bildung zu unterstützen und zur Attraktivität des Standorts Schwenningen beizutragen, könnte das Parken aber generell zumindest für Studenten kostenlos sein, führen die beiden ins Feld.

„Alle sind genervt“, schildern sie die Stimmung auch unter ihren Kommilitonen, dafür könnten aber die Hochschulen nichts. Jetzt sei auf dem Parkplatz bei der Neckarhalle tagsüber oft gähnende Leere und viele kämen schon frühmorgens lange vor Vorlesungsbeginn nach Schwenningen, um in den Straßen rund um die Hochschulen noch einen der kostenlosen Parkplätze zu ergattern.

Auf den Parkplätzen neben dem Schwenninger Bahnhof parken Studenten mit Nachweis kostenlos. Foto: Mareike Kratt

Und wie sieht es inzwischen im benachbarten Neckarstadtteil aus – dort, wo die Studenten noch bis vor rund fünf Jahren ausgewichen sind, bevor auf Drängen der Anwohner die Möglichkeit des Anwohnerparken eingeführt wurde?

Anwohnerparken kommt an

Von den Studenten bekäme sie tatsächlich nicht mehr viel mit, erzählt Gabi Janetzki, die in der Werastraße wohnt, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Einführung des Anwohnerparkens hätte seinen erhofften Effekt gezeigt und Parksituation entspannt, freut sie sich. Wie sich das Ganze jetzt – durch die neue Gebührenpflicht am Neckarhallen-Parkplatz – entwickelt, bleibe natürlich abzuwarten.

Die Parkverhältnisse im Neckarstadtteil sind seit der Einführung des Anwohnerparkens geordneter, findet eine Anwohnerin. Foto: Mareike Kratt

Denn bis vor Kurzem konnten die Studenten sowieso kaum in den Neckarstadtteil ausweichen, herrschte doch in der Werastraße und am Victoriaplatz eine große Baustelle, zudem sei die Weckengasse lange gesperrt, berichtet Gabi Janetzki zudem.

Welche Parkflächen indes rege genutzt würden, seitdem sie für Studenten ausgewiesen sind – also seit der damaligen Parkplatz-Diskussion, die Anwohner, Studenten und Stadt gleichermaßen beschäftigt hatte -, seien die 146 Plätze am Bahnsteig Hammerstatt in der Burgstraße, beobachtet die Necklemerin immer wieder.

In der Burgstraße stehen den Schwenninger Studenten 146 Parkplätze zu Verfügung. Foto: Mareike Kratt

Doch das galt bis vor Kurzem nur mit Einschränkung: Denn aufgrund einer weiteren Baustelle zur Breitbandverlegung standen die Parkplätze für längere Zeit nur begrenzt zur Verfügung.

Hier können Studenten hochschulnah parken

Gebührenpflichtig
Am nächsten zu den Gebäuden der DHBW sowie HFU sind die Parkplätze entlang der Jakob-Kienzle- sowie Friedrich-Ebert-Straße gelegen, die jedoch kostenpflichtig sind. Der neu bewirtschaftete Parkplatz an der Neckarhalle bietet zwischen 6 und 15 Uhr eine Studentenpauschale (zwei Euro) an.

Gebührenfrei
Die beiden Parkplätze links und rechts vom Bahnhof sind für Studenten kostenfrei – allerdings nur mit HFU- beziehungsweise DHBW-Card. Gar nichts zahlen oder vorlegen müssen die Studenten an den 146 für sie ausgewiesenen Stellflächen an der Burgstraße. Von hier aus sind es rund acht Minuten Gehweg zu den Hochschulen.