Seit vergangene Woche auf der B 415 Tempo 30 eingeführt wurde, reißt die Kritik vor allem aus Kuhbach und Reichenbach nicht ab. Eine Petition hatte am Donnerstag schon 3700 Unterzeichner. Im Gespräch bezieht der zuständige Bürgermeister Guido Schöneboom Stellung.
Anwohner teilen im Netz eine Unterschriftenaktion gegen die vergangene Woche in Lahr, Kuhbach und Reichenbach eingeführte Geschwindigkeitsregelung. Die Petition auf www.change.org findet immer mehr Zuspruch. Wie reagiert die Stadtverwaltung? Drei Fragen an den Ersten Bürgermeister Guido Schöneboom.
Herr Schöneboom, wie kommt die Kritik an der Einführung von Tempo 30 bei der Stadt an?
Wir spüren den Unmut, er entlädt sich bei der Verkehrsbehörde. Wir sind Kummer gewohnt. Die Mitarbeiterinnen, die Anrufe entgegennehmen, haben es aktuell nicht leicht.
Was ist eine Woche der nach der Einführung Ihr Fazit zu Tempo 30 auf der B 415?
Das ist ambivalent. Uns erreichen auch Dankesmails von Anwohnern – wenn auch nicht in der Fülle, wie wir den Unmut zu spüren bekommen. Ich fahre ja selbst auf der Bundesstraße, man merkt die Verlangsamung deutlich und muss sich daran gewöhnen. Ich hoffe, dass mit der Zeit eine Versachlichung in die Debatte kommt. Wir haben es uns auch als Stadt nicht einfach gemacht. Auch wir fahren ja lieber zügig.
Wie stehen Sie zur gestarteten Petition?
Die Verwaltung hat mehrfach darauf hingewiesen, dass alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft sind. Wir waren gezwungen, die Maßnahme umzusetzen. Die Petition kann die von Experten ermittelten Daten nicht in Luft auflösen. Ich erkenne da keine Handlungsgrundlage. Zudem frage ich mich, an wen sich die Petition richtet. Eigentlich müsste sie ans Land gehen, das für die zugrundeliegende Lärmschutzregelung verantwortlich ist. Aber ob sich Stuttgart mit einer Bundesstraße in Lahr beschäftigt, dahinter würde ich mal ein Fragezeichen setzen.