Für die Sanierung des Rathauses in Wyhlen fallen Mehrkosten von 350 000 Euro an. Foto: Heinz Vollmar

Die Sanierung des Rathauses Wyhlen kostet 350 000 Euro mehr. Dazu äußerten sich Bürgermeister Tobias Benz und Bauleiter Jürgen Maier zum ehemaligen Bauamtsleiter der Kommune.

Über den Stand der Sanierungsarbeiten des Rathauses in der Rheinfelder Straße 19 im Ortsteil Wyhlen berichteten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Bauleiter Jürgen Maier und Peter Herzog vom Architekturbüro Herzog in Lörrach. Beide gaben an, dass die Arbeiten bereits im Frühjahr dieses Jahres abgeschlossen werden sollten. Allerdings sei es zu Verzögerungen gekommen, da vorhandene Bestandsfußböden geöffnet und in Folge größtenteils entfernt wurden.

 

Fußbodenheizung doch nicht eingebaut

Anlass hierfür seien Fragen des Fußbodenaufbaus sowie statische Untersuchungen gewesen, die trotz des bereits erreichten Baufortschritts den Einbau einer Fußbodenheizung ins Kalkül zogen. Zwischenzeitlich hätte die Prüfung jedoch ergeben, dass aufgrund der damit verbundenen Mehrkosten sowie einer weiteren Verzögerung der Baumaßnahmen vom Einbau einer Fußbodenheizung abgesehen wurde. Das ganze Prozedere habe nun dazu geführt, dass Mehrkosten in Höhe von 350 000 Euro entstanden seien, um Fußböden wieder einzubauen und, um auch die Standfestigkeit der Wände zu sichern. Diese seien größtenteils nach dem Einbau der Fußböden im Rathausgebäude erstellt worden, so die Vertreter der Firma Herzog.

Gemeinderäte sind verärgert

Gemeinderätin Annette Grether (Grüne) sprach von einem „Trauerspiel“, und auch die übrigen Räte vermittelten den Anschein, als wollten sie am liebsten das Geschehene und die damit verbundenen Mehrkosten ungeschehen machen.

Auf Nachfrage sagte Bauleiter Jürgen Maier von der Firma Herzog nach der Sitzung des Gemeinderats, der ehemalige Bauamtsleiter Alexander Ilg habe trotz des Baufortschritts in Eigenregie eine Fußbodenheizung einbauen lassen wollen. Auf diese Weise sei eine unglückliche Situation entstanden, die zu den Mehrkosten geführt habe, so Maier.

Auf fachliche Expertise vertraut

Bürgermeister Tobias Benz sagte auf Nachfrage, dass er auf die fachliche Expertise des ehemaligen Bauamtsleiters, der Architekt sei, vertraut habe. Dieser habe das Projekt der Rathaussanierung von seinem Vorgänger übernommen und sich während der fortgeschrittenen Sanierungsarbeiten für eine Fußbodenheizung mit den nun offenkundigen Folgen entschieden, so Benz. Ihm gehe es jetzt aber vor allem darum, dass die Sanierungsarbeiten am Rathaus zügig zu Ende geführt werden können, so der Bürgermeister.

Man müsse nun den Blick nach vorne richten, sagte Benz in seiner Stellungnahme, schließlich gehe es auch um die Kosten. die für die Auslagerung der Verwaltung aufgebracht werden müssten.

Mit Zähneknirschen zugestimmt

Die Gemeinderäte stimmten schließlich den Mehrkosten und der vorgeschlagenen Vorgehensweise für den Abschluss der Sanierung zu – wenn auch zähneknirschend, wie in der Sitzung des Gemeinderats zu vernehmen war.