Ein Video, das eine Ratte in der Oberndorfer Talstraße zeigt, kursiert offenbar in den Sozialen Medien. (Symbolbild) Foto: Cools/Vera Kuttelvaserova - stock.adobe.com/Montage: Ganter

Ein Rattenproblem in der Talstadt soll die Anwohner plagen. Es ist nicht die erste Meldung über Ungeziefer im Stadtgebiet. Wie will man in Oberndorf nun dagegen vorgehen?

„Die Behörden sollten schleunigst mal etwas gegen die Rattenplage in Oberndorf tun. Sie ist wahrlich keine Werbung für die Stadt“, wendet sich ein Bürger mit einem Screenshot von einem „Ratten-Video“, das in den Sozialen Medien die Runde machen und aus der Talstraße stammen soll, an unsere Redaktion.

 

Anlieger der Sulzbachstraße beziehungsweise des Talplatzes hätten sich schon mehrfach negativ über die „Rattenplage“ geäußert, teilt der Bürger mit. Kein Wunder, schließlich verbreiten Ratten Krankheitserreger und stellen daher ein ernstes Risiko dar. Meldungen über Ratten gab es auch schon 2024 und 2025 – unter anderem auf dem Lindenhof, in Bochingen und in Aistaig. Wird die Stadt nun aktiv? Wir fragen nach.

Die Stadt Oberndorf führe auf entsprechende Meldungen über Sichtungen Rattenbekämpfungsmaßnahmen im Rahmen einer angepassten Beköderung in den Abwasserschächten der Kanalisierung durch, teilt die städtische Pressesprecherin Jasmin Rapp auf Nachfrage unserer Redaktion mit. „Die Wege in der Kanalisation sind für die Tiere wie Straßen, auf denen sie sich gut und sicher bewegen können“, erklärt sie.

Kammerjäger empfohlen

Für die Bekämpfung von Ratten auf Privatgrundstücken seien jedoch die Eigentümer und Hausverwaltungen selbst zuständig und verantwortlich, stellt die Stadtverwaltung klar. Grundsätzlich könne die Bekämpfung eigenverantwortlich durchgeführt werden.

„Die Stadtverwaltung empfiehlt jedoch immer die Beauftragung eines Kammerjägers“, so Rapp. Fachfirmen würden Köder sicher ausbringen und auch das sogenannte Monitoring, also die Überwachung der Maßnahmen und gegebenenfalls deren Anpassung, übernehmen.

„Wichtig ist immer, dass Kinder und zum Beispiel Haustiere oder auch andere Wildtiere vor einer versehentlichen Aufnahme der Köder geschützt werden. Deshalb ist auch die offene Auslegung von Ködern gesetzlich verboten – um Mensch und Tier nicht zu gefährden“, erklärt die städtische Pressesprecherin. 

Ohne die Mitwirkung der Bevölkerung sei diese Bekämpfung allerdings nur teilweise wirksam. Da Ratten gerade auch im Herbst und Winter Schutz vor Kälte suchen würden, kämen sie dem Wohnumfeld der Menschen in dieser Zeit näher. Dazu trage das gute Nahrungsangebot im menschlichen Lebensumfeld bei. Auch würden Ratten meist durch Baustellen aus dem bisherigen Umfeld vertrieben und suchten neuen Lebensraum.

Bisherige Fälle

Auf dem Lindenhof waren es im Frühjahr wohl die wilden Müllablagerungen rund um die Container – in den Säcken waren auch oftmals Essensrückstände – die die Schädlinge angezogen haben.

In Bochingen war das Rattenthema im Ortschaftsrat diskutiert worden. Dort wurde ebenfalls unsachgemäß entsorgter Biomüll als Ursache angenommen.

In Aistaig wurden bereits im November 2024 Rattensichtungen gemeldet. Die Stadt bestätigte damals den Rattenbefall und riet den Bürgern, ihre Abfallbehälter fest zu verschließen und Müll ausschließlich in diesen zu entsorgen. Die Lagerung von Abfällen oder Sperrmüll im Freien sollte vermieden werden.

Auch dürften Lebensmittelabfälle nicht über die Toilette oder Spülbecken entsorgt werden, weil sie so in die Kanalisation gelangen und Ratten anlocken. Außerdem sollten alle Öffnungen in Bodennähe mit engmaschigen Gittern gesichert werden, um Ratten den Zutritt zu Gebäuden zu verwehren. Eine für Haustiere oder Vögel vorgesehene Futterquelle könne Ratten ebenfalls anlocken.

Mehrere Faktoren kommen zusammen

„Am Talplatz kommen hier sicherlich mehrere Faktoren zusammen, von einer gesteigerten Rattenproblematik spricht die Verwaltung aktuell aber nicht“, lautet das Fazit der Stadt Oberndorf zur aktuellen Sichtung. Aus anderen Bereichen der Stadt lägen aktuell keine Meldungen vor, heißt es auf unsere Anfrage.