Barbara Spruths Labrador-Rüde Hugo braucht viel Bewegung. Hierfür fehlen laut Spruth die nötigen freien Flächen in der Doppelstadt. Foto: Spruth

Die Hundesteuer ist erhöht worden. Zum Ärger der Hundehalter in Villingen-Schwenningen. Barbara Spruth hat nun eine Petition gestartet.

Villingen-Schwenningen - Für Barbara Spruth ist die Hundesteuer ein Dorn im Auge. Und das nicht erst seit der Erhöhung zum Jahresbeginn. Auch im Netz macht sich unter den aktuell 2892 doppelstädtischen Hundehaltern enormer Unmut breit. Die Hundehalterin aus Schwenningen fühlt sich ungerecht behandelt und hat nun eine Petition ins Leben gerufen. Sie fordert, dass die Hundesteuer abgeschafft oder die Einnahmen zumindest zweckgebunden zum Wohl der Hunde und deren Halter verwendet werden.

 

"Die Steuer an sich ärgert mich ja schon länger", sagt die Hundebesitzerin. Spruth kritisierst, dass lediglich Hundehalter eine Steuer für ihr Tier zahlen müssen. Halter von beispielsweise Pferden oder Katzen hingegen nicht. Seit 1. Januar beträgt die Steuer für einen Vierbeiner statt bisher 120 Euro jetzt 132 Euro. Für den zweiten und jeden weiteren Hund fallen seit Jahresbeginn statt 240 Euro nun 264 Euro an. Eine Abschaffung der Hundesteuer in der Doppelstadt könnte allerdings angesichts der Tatsache, dass das Land Baden-Württemberg die Kommunen zu einer Erhebung der Steuer verpflichtet, schwierig werden. Spruth erklärt, dass die Stadt alternativ zur Abschaffung der Hundesteuer ein Vorbild sein könne, indem die Steuereinnahmen ausschließlich zum Wohl der Hunde und deren Halter verwendet werden würden.

Labrador-Rüde braucht viel Bewegung

"Es wird nicht genug gemacht für die Tiere", moniert sie. Ihr gut ein Jahr alter Labrador-Rüde Hugo brauche viel Bewegung. Oft werde man angefeindet, wenn man seinen Hund ohne Leine hält, doch die nötigen freien Flächen, auf denen man das tun könnte, seien schlichtweg nicht vorhanden oder der Zutritt für Hund und Halter verboten. "Es fehlen Freiflächen auf denen Hunde ungehindert rennen dürfen", argumentiert sie. Eine artgerechte Haltung sei nicht möglich, wenn man den Hund immer an der Leine führen muss. Auch in einem Hundespielplatz wären laut Spruth die Gelder aus den Steuereinnahmen gut investiert.

"Eine Hundespielfläche wurde von Seiten der AfD 2020 im Technischen Ausschuss beraten, zur Beschlussfassung im Gemeinderat aber nach Rücksprache mit der Fraktion wieder abgesetzt", teilt Madlen Falke, Pressesprecherin der Stadt, auf Anfrage unserer Redaktion mit. Hintergrund für die Ablehnung sei gewesen, dass die Erfolgsaussichten zur Bewilligung einer solchen Fläche eher schlecht standen, weshalb der Antrag wieder zurückgezogen wurde. Sie betont, dass rund um Villingen-Schwenningen – nahe zur Stadt gelegen – viel Natur, viele Spazierwege und viele Flächen auf die Hundehalter warten würden.

Fehlende Freiflächen sind nicht das einzige Problem

Doch die fehlenden Freiflächen für Hunde sei nicht das einzige Problem, wie Barbara Spruth betont. Auch an Hundekotstationen – sogenannten Dog-Stations – würde es in der Doppelstadt mangeln. Als Beispiel nennt sie den Bereich rund um das Wildschweingehege in Schwenningen. Die Stadt gibt bekannt, dass die Anzahl der Hundekotstationen in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen sei. 2019 habe es 79 Stationen gegeben, 2020 88 Stationen und 2021 wurde die Anzahl auf 103 Stationen erhöht. "Wenn wir den Bedarf sehen, können weitere Dog-Stations eingerichtet werden", teilt Falke mit. Trotz der Tatsache, dass die Mittel nicht zweckgebunden seien, würde ein Teil davon auch wieder zurückfließen, wie beispielsweise in die Dog-Stations. Die Hundekotbeutel darin würden von der Stadt gratis zur Verfügung gestellt werden. Im Jahr 2021 seien das schätzungsweise 1,2 Millionen Beutel gewesen.

Die Erhöhung der Hundesteuer wird auch im Netz heiß diskutiert. In der Facebookgruppe "Stadtgeflüster VS" ärgern sich die User vor allem darüber, dass die Hundesteuer in anderen Kommunen deutlich niedriger ist. So fallen beispielsweise in Unterkirnach für den ersten Hund lediglich 90 Euro Steuern an, in Donaueschingen sind es 108 Euro und in Triberg wurde die Hundesteuer zum Jahresbeginn von 100 auf 120 Euro erhöht. "Unglaublich", "unverschämt" und "Warum muss ein Hund überhaupt besteuert werden?" kommentieren die Doppelstädter in der Gruppe. Ärger wird auch dahingehend breit, dass für freilaufende Katzen keine Steuer erhoben wird.

Bislang hat die Hundehalterin aus Schwenningen schon einige Unterschriften sammeln können. Spruth hofft, dass sie diese Ende Februar dem Gemeinderat vorlegen kann. "Das Thema muss weiterhin auf dem Tisch bleiben", betont sie. Ihre Petition liegt derzeit in der Fressnapf-Filiale in Villingen aus. Auch in der Nachbarschaft und bei Tierärzten will sie darauf aufmerksam machen.