Ist man beim Parken in Oberndorf ohne Smartphone aufgeschmissen? Eva Scherer aus Oberndorf findet: „Bürgernähe sieht anders aus“ – und schildert ihre Erfahrung.
Welch eine Überraschung? Freitag zum Wochenmarkt und Einkäufe in der Oberstadt erledigen, also wie gewohnt parken im Parkhaus. Bei der Rückkehr: Oh, der bürgerfreundliche Parkautomat ist abgebaut, zuvor nicht bemerkt. Bei der Einfahrt waren die Parkhinweise doch wie immer. Oh, gerade werden diese ausgetauscht.
Tatsächlich gab es öffentliche Hinweise, dass das Parksystem geändert wird, aber den Zeitpunkt habe ich mir nicht gemerkt. Dort wo der Parkautomat stand, hängen Hinweisschilder über das neue Parkster System. Benötigt wird ein Handy mit Barcode-Scanner. Oh, das Handy liegt zu Hause, was nun?
Am Tag darauf: aufwändige Suche nach einem Parkplatz in der Oberstadt – nur nicht ins Parkhaus. Zu Fuß ins Parkhaus und Barcode gescannt. Zu Hause umfangreiche Allgemeine Geschäftsbedingungen von Parkster gelesen. Die App freischalten: Nein.
Zu viele persönliche Daten müssen angegeben werden
Fazit: Das System ist nicht benutzerfreundlich. Zu viele persönliche Daten müssen angegeben werden. Wie kann man solch ein System in einer Kleinstadt wie Oberndorf installieren? Ganz klar, so ist die Stadtverwaltung von eventuellen Problemen mit dem Parkautomat entlastet. Aber was bedeutet dies für die Besucher der Oberstadt?
Das kleine alte Parkhaus bietet nur noch wenige Parkplätze für die Allgemeinheit. Die meisten Parkplätze sind an Firmen verpachtet. Zurzeit sind freie öffentliche Parkplätze in der Oberstadt kaum noch zu finden, außer im Randbereich. Aber im Parkhaus sind viele Plätze frei. Von Bürgernähe keine Spur! Frei nach dem Motto: Verkompliziere das Einfache. Ich vermisse Einfühlungsvermögen für ältere Bürger und Menschen ohne Handy.
Eva Scherer, OberndorfSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.