Brandschutz, Elektro-Installation und eine neue Nutzungsplanung für einen Gebäudeteil – in puncto Robert-Gerwig-Schule in St. Georgen steht eine Großmaßnahme an. Als wäre das nicht genug, erschwert überbordende Bürokratie die Maßnahme zusätzlich.
Während die Sanierung der St. Georgener Innenstadt mit Hochdruck läuft und 2025 durch die Renovierung des Rathauses in die nächste Phase gehen soll, wagte der Gemeinderat nun schon den Blick auf den nächsten großen Themenkomplex: die Ertüchtigung der St. Georgener Schulen, die auf die Innenstadtsanierung folgen soll.
Konkret ging es um die Sanierung der Robert-Gerwig-Schule – ein Projekt, bei dem es nun in die detaillierte Planung gehen soll. „Das gibt eine größere Maßnahme“, betonte Bürgermeister Michael Rieger, der sich aber freute, in Sachen Robert-Gerwig-Schule „dann doch langsam in die Umsetzung“ zu kommen. „Es wird höchste Zeit, dass wir an die Schulen rangehen.“ Bis 2027 sollen die Arbeiten an der Robert-Gerwig-Schule, die parallel zu deren Betrieb laufen werden, abgeschlossen sein, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Diese Arbeiten sind geplant
Was genau in Bezug auf die Robert-Gerwig-Schule zu leisten ist, erklärte Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, in der Sitzung: Ausgangspunkt der Überlegungen war der Brandschutz. Geplant sind im selben Zusammenhang aber noch weitere Arbeiten.
Unter anderem wird ein zweiter Rettungsweg für Räume im Dachgeschoss hergestellt, um dieses auf Wunsch der Schulleitung als Unterrichtsräume zu reaktivieren. Hinzu kommen kleinere Umbauarbeiten im Inneren der Schule und der Einbau eines Aufzugs. Darüber hinaus sollen die Elektro-Installation überholt und die Beleuchtung auf LED umgerüstet werden.
Größere Veränderungen stehen auch in den Räumen an, in denen aktuell noch die Stadtbibliothek untergebracht ist. Nach dem Umzug der Bibliothek ins sanierte Rathaus soll die Robert-Gerwig-Schule den freigewordenen Raum nutzen können – eine räumliche Erweiterung, die dringend notwendig sei, wie Rieger betonte.
Zwei von drei Planern klar
Bis zur Umsetzung der Maßnahmen ist es aber noch ein langer Weg – zunächst steht die Planung an, für welche der Gemeinderat nun Aufträge vergab. Die Objektplanung für Gebäude und Innenräume übernehmen für rund 232 000 Euro die KTL Architekten BDA Ingenieure aus Rottweil, die Tragwerksplanung für knapp 48 000 Euro das Ingenieurbüro Isenmann aus Villingen-Schwenningen.
Noch gesucht wird ein Planer für das Thema Elektro-Installation. Die Planungsleistung musste – wie auch die beiden nun vergebenen – europaweit ausgeschrieben werden. Bislang ohne Erfolg: Auf die erste und zweite Ausschreibung hin gab es Interessenten, die dann aber wieder absprangen. Derzeit läuft ein dritter Versuch.
Ärger über Bürokratie
Genervt von diesem Mehraufwand war Stadtbaumeister Tröndle. Der Bürokratie-Abbau sei in aller Munde – statt diesen aber zu verfolgen, „sattelt man immer noch mal auf“, schilderte er. Stein des Anstoßes: die europaweite Ausschreibung, die bei den Planungsleistungen für die Robert-Gerwig-Schule nötig geworden war. Aus Tröndles Sicht liegt der finanzielle Schwellenwert zu niedrig: „Eigentlich gibt es kaum noch größere Projekte, bei denen man nicht mehr nicht europaweit ausschreiben muss.“
Was ja recht wäre, wenn die europaweite Ausschreibung ihren Zweck erfüllen würde, findet Tröndle. Statt aus ganz Europa kämen die Angebote aber doch nur aus Deutschland, meist sogar ausschließlich aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis. Dafür müsse die Stadt aber einen riesigen Aufwand betreiben, da das europaweite Verfahren „höchst anfechtbar“ und „juristisch sehr kritisch“ sei, erklärte Tröndle. So würden Projekte wie die Sanierung der Robert-Gerwig-Schule noch aufwendiger als ohnehin schon.