In einem Interview hat der Wildberger Bürgermeister den Landkreis angesichts seiner finanziellen Lage zu mehr Realismus aufgerufen. Unsere Leserin Heidi Walz-Gröner meldet sich dazu zu Wort, auch vor dem Hintergrund des derzeitigen Streis über die Wassergebühren.
Bürgermeister Bünger mahnt im Interview vom 17. Januar mit dem Schwarzwälder Boten den Landkreis zu mehr Realismus.
Der Landkreis Calw, 160.000 Einwohner, stecke mit 27 Millionen im Minus. Die Stadt Wildberg, 10.000 Einwohner, hat 3,4 Millionen Defizit und zum Jahresende 2023 einen Schuldenberg von 20,6 Millionen angehäuft. Da sollte der Bürgermeister einen Satz aus dem Neuen Testament beherzigen: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“(Matthäus 7,3). Ja, es gibt Gemeinden im Kreis, die höher verschuldet sind, aber auch Gemeinden ohne Schulden.
Ist es nicht vornehmste Aufgabe des Bürgermeisters und Gemeinderats den Bürgern einer Stadt zu erklären, warum es zu diesen hohen Schulden gekommen ist und wie sinnvoll und notwendig die Investitionen waren und sind, die zu diesem hohen Schuldenberg und zu den dadurch verursachten hohen Abgaben geführt haben?
Wenn nun in der Petition mehr als 1.600 Einwohner Transparenz und Fairness für Wasser- und Abwassergebühren einfordern, ist dies ein Zeichen, dass diese Aufklärung wohl nicht ausreichend stattgefunden hat.
Veranstaltungen in Wildberg, Gültlingen und Schönbronn
Es bleibt abzuwarten, ob in den angekündigten öffentlichen Veranstaltungen in Wildberg, Gültlingen und Schönbronn die Sinnhaftigkeit der hohen Gebühren übermittelt werden und das verlorene Vertrauen wieder hergestellt werden kann.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Hoffen wir, dass die angekündigte Aufklärung sie am Leben erhält.
Heidi Walz-Gröner, WildbergSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.