Hundekot im Biomüll? Ein Anwohner aus dem Unterkirnacher Eichhaldeweg erzählt, wie dreist Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entsorgen.
Immer wieder sorgt die Entsorgung der Hinterlassenschaften von Hunden für Ärger. Meist liegt das daran, dass Halter die Häufchen einfach an Ort und Stelle liegen lassen.
In Unterkirnach sorgt das Thema jedoch bei einem Anwohner im Eichhaldeweg aus einem anderen Grund für Kopfschütteln: Seit mehr als zwei Jahren findet Konrad Fröhlich regelmäßig den ordnungsgemäß gesammelten Hundekot in einer Plastiktüte verpackt in seiner Biotonne.
Seine Mülltonne steht oberhalb des Grundstücks direkt an der Straße. Und das sehen Hundehalter offenbar als Einladung, die gesammelten Hinterlassenschaften ihrer Hunde zu entsorgen.
Dabei gehört weder die Plastiktüte, noch der Kot an sich aufgrund von darin enthaltenen Parasiten in den Biomüll und sollte deshalb im Restmüll entsorgt werden. Und wer den Hundekot unterwegs loswerden möchte, sollte ohnehin die dafür vorgesehenen öffentlichen Mülleimer nutzen.
Dreistigkeit der Hundehalter
„Als das im Juli 2023 mehrmals kurz hintereinander stattfand, habe ich extra ein Schild an der braunen Tonne angebracht“, schildert Konrad Fröhlich – selbst früher Hundehalter gewesen – von den Anfängen der Problematik. Der Hinweis, dass die Biotonne nicht für Hundekot-Beutel gedacht ist, hätte eigentlich klar genug sein müssen. Und trotzdem fand der Anwohner nur zwei Tage später erneut einen Hundekot-Beutel in seiner Biotonne – und zwar getarnt in einer Brötchentüte. „Ich dachte, Bauarbeiter hätten ihre restliche Mahlzeit hier entsorgt“, so Konrad Fröhlich – und musste dann feststellen, dass sein Hinweisschild offenbar einfach ignoriert wurde. „Das war das Höchste an Unverschämtheit“, ärgert er sich.
Daraufhin stellte er ein weiteres, laminiertes Schild auf – und tatsächlich schien die Botschaft anzukommen. 2024 entsorgte er das Hinweisschild wieder, weil Ruhe eingekehrt war. Allerdings nur bis vor wenigen Wochen, als er erneut einen Hundehaufen in einer Plastiktüte in seiner Biotonne fand. Drei mal sei das in den letzten zwei bis drei Wochen passiert, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich kann mir vorstellen, dass das einfach Gedankenlosigkeit ist“, versucht er sich in die Hundehalter hineinzuversetzen.
Neues Schild an der Biotonne
Warum es ausgerechnet immer wieder ihn trifft, dafür hat Konrad Fröhlich eine Erklärung: Die Biotonne stehe im Vergleich zu anderen Mülltonnen im Eichhaldeweg gut sichtbar an der Straße.
Inzwischen hängt nun ein neues Schild an seiner Mülltonne, auf dem steht: „Ihr Hund scheißt kein Bio! Bitte entsorgen Sie künftig Hundetüten nur in einer grauen Restmüll-Tonne!“ Daneben hat er eine Hundekot-Tüte befestigt.
Seine eigene Restmülltonne steht im Übrigen nicht an der Straße.
Unabhängig davon ist Konrad Fröhlich überzeugt, dass es in Unterkirnach eigentlich genügend öffentliche Mülleimer gebe, um Hundekot korrekt zu entsorgen – und zur Not müsse man eben in Kauf nehmen, die Hundekot-Tüte noch ein Stück weit mitzutragen. Die private Biotonne von Anwohnern sei für die Entsorgung jedenfalls keine Lösung.
Dafür hofft Konrad Fröhlich nicht nur in eigener Sache, sondern generell Hundehalter für mehr Rücksicht sensibilisieren zu können.