Paket-Chaos zum Jahresbeginn? Davon berichtet zumindest eine Beffendorfer Familie, die immer noch auf ein Weihnachtspaket zu warten scheint. Wir bitten die Post um eine Erklärung.
Von einem Transporter voller Pakete und offenbar chaotischen Zuständen berichtet uns eine Beffendorfer Familie, die Mitte vergangener Woche noch auf ihr langersehntes Weihnachtspaket wartete. Laut Sendungsverfolgung sei das aber schon am 19. Dezember „in der Region des Empfängers angekommen“ – seitdem Funkstille. Steckt die Post noch im Weihnachtsstress? Wir fragen nach.
„Deutsche Post und DHL bearbeiten zu Weihnachten sehr hohe Sendungsmengen“, teilt uns Marc Mombauer, Pressesprecher bei der DHL Group, auf Anfrage mit. An Spitzentagen würden in ganz Deutschland fast 13 Millionen Pakete im Post- und DHL-Netz sortiert und damit nahezu doppelt so viele wie an durchschnittlichen Tagen. „Wegen Retouren und eingelösten Gutscheinen bleibt die Sendungsmenge bis circa Mitte Januar erhöht“, erklärt er uns.
Natürlich hätten diese Mehrmengen auch vor Oberndorf nicht Halt gemacht. „Dennoch haben es die Kolleginnen und Kollegen vor Ort nahezu rückstandsfrei geschafft, während der Feiertage zuzustellen.“
Rückstände durch Zustellabbrüche
Bei den Rückständen habe es sich um Zustellabbrüche gehandelt, die am nächsten Tag zugestellt worden seien. In Einzelfällen könne es am Ende von Zustelltouren zu Abbrüchen aufgrund von Dienstzeitende – Stichwort gesetzliche Arbeitszeitregelungen – kommen, so dass nicht alle Haushalte bedient werden können.
Davon betroffene Haushalte würden am nächsten Tag priorisiert zugestellt. „Selbstverständlich werden Rückstände immer vollständig abgearbeitet – nach dem First-in-, First-out-Prinzip“, so Mombauer. Man führe auch regelmäßig Qualitätskontrollen durch, darüber hinaus würden die Zusteller von Coaches und den Führungskräften unterstützt und bei Bedarf nachgeschult.
Betriebliche Lage personell angespannt
Was nun die Beffendorfer Beschwerde angeht, so bestätigt Mombauer, dass die betriebliche Lage – neben den hohen Sendungsmengen – personell angespannt gewesen sei. Wo dieses spezielle Paket abgeblieben ist, dazu könne er ohne die Sendungsnummer keine weiteren Aussagen tätigen. „Unsere Prozess- und Qualitätsmanager werden jedoch noch einmal ein gezieltes Auge auf das Thema haben“, meint er zum Thema Verzögerungen im Oberndorfer Raum.
Warum bewegt sich das Paket nicht weiter?
Grundsätzlich gebe es mehrere mögliche Gründe, warum sich eine Sendung vermeintlich nicht mehr bewege. Dazu zählen etwa eine fehlerhafte oder unvollständige Adresse auf der Sendung oder ein „undeutlich handschriftlich“ ausgefüllter oder ein abgelöster Versandaufkleber. Die Verpackung könnte sich aber auch beim Transport geöffnet haben, so dass sie nachverpackt werden muss.
„Das Wichtigste ist, dass die Kundin/der Kunde im ersten Schritt einen Nachforschungsauftrag stellt“, meint Mombauer zum richtigen Vorgehen. Das sei sinnvoll, wenn sich der Sendungsstatus seit mehr als fünf Werktagen nicht mehr verändere. Zunächst biete sich aber auch eine Rücksprache mit dem Absender der Sendung an. „So lässt sich in der Regel eine schnelle Lösung herbeiführen“, so der DHL-Group-Pressesprecher.
Verzögert oder verloren gegangen?
Und wie oft gehen Pakete verloren? „Verluste sind bei uns die große Ausnahme und bewegen sich mit Blick auf die Zahl der täglich von uns beförderten Sendungen im kaum messbaren Bereich“, teilt Mombauer dazu mit. Trotzdem ließen sich in einem Massengeschäft Sendungsverluste nie vollständig vermeiden.
Bei nachweisbaren Sendungen, etwa Paketen und Einschreiben, ließen sich diese durch einen individuellen Identcode auf ihrem Transportweg einzeln verfolgen. „Dies versetzt uns in die Lage, zum Beispiel bei Verzögerungen oder Sendungsverlusten, mögliche Fehler beziehungsweise Schwachstellen schneller zu finden und notwendige Verbesserungen einzuleiten, jedoch nicht bei Postkarten und Briefen“.
Tipps und Kontakt
Zu einer erfolgreichen Zustellung könne man als Empfänger mit einem Namensschild an Briefkasten oder Klingel, einer funktionstüchtigen Klingelanlage, zugriffssicheren Hausbriefkästen und einer leserlichen Anschrift – dazu zähle etwa auch, keinen blauen Stift auf einem blauen Briefumschlag zu verwenden und Ähnliches – beitragen.
„Wir nehmen jede einzelne Beschwerde unserer Kunden ernst und sind immer bereit, den konkreten Fällen nachzugehen“, versichert Mombauer und nennt als eine von vielen Kontaktmöglichkeiten die zentrale Telefonnummer 0228/4 33 31 12.