Klosterreichenbach hat seit der Vollsperrung zwischen Freudenstadt und Friedrichstal mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu kämpfen – im Feierabendverkehr reicht die Autoschlange auf der Umleitungsstrecke oftmals bis zur Mülldeponie Bengelbruck.
Seit wenigen Tagen erst ist die B 462 zwischen der Einmündung in die Ulanenstraße in Freudenstadt bis zur Einmündung „Im Steigle“ in Friedrichstal auf Anordnung des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe für den Verkehr komplett gesperrt. Grund dafür sind Belagsarbeiten samt Erneuerung sämtlicher Entwässerungsanlagen sowie das Auftragen einer neuen Fahrbahnmarkierung.
Kaum war die Straße gesperrt, hat in Klosterreichenbach der Verkehr zugenommen. Denn wer aus Richtung Freudenstadt nach Baiersbronn oder weiter ins Murgtal fahren möchte, der muss den Umweg über die Landesstraßen 409 und 350 sowie die Bundesstraße 294 nehmen. Die Umleitungsstrecke besteht wegen diverser Straßensanierungsmaßnahmen zwischen Freudenstadt und Baiersbronn zwar schon länger, doch nicht alle Verkehrsteilnehmer haben sich wohl daran gehalten und haben die nur für Anlieger freigegebene kürzere Route durch Friedrichstal genommen.
Umleitungsstrecke für Laster schon länger gesperrt
Davon ist zumindest Klosterreichenbachs Ortsvorsteher Karlheinz Nestle überzeugt. Denn seit die Vollsperrung besteht und es kein Durchkommen durch Friedrichstal mehr gibt, hat der Verkehr in Klosterreichenbach „ordentlich zugenommen“, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt. Zwar habe seit der Sperrung der L 409 für Lastwagen der Schwerlastverkehr abgenommen, dafür staue sich jetzt der Autoverkehr teilweise bis hinauf zur B 294.
Beim Ortsvorsteher häufen sich die Beschwerden
Besonders schlimm ist es laut Nestle wochentags zwischen 16 und 18.30 Uhr, wenn viele Berufspendler von der Arbeit kommen und nach Hause wollen. „Ich bin schon hochgefahren, da ist ein Rettungswagen mit Blaulicht im Stau gestanden“, so der Ortsvorsteher. Er weiß aus eigener Erfahrung: Aus dem Stau ausscheren und überholen ist wegen der vielen Kurven und aufgrund des Gegenverkehrs nicht möglich. Inzwischen häufen sich auf seinem Schreibtisch in der Ortschaftsverwaltung die Beschwerden. In den letzten Wochen meldeten sich Unternehmer aus Klosterreichenbach, die für ihre Lastwagen eine Sondergenehmigung wollten und die er der Zuständigkeit wegen an das Landratsamt Freudenstadt verwiesen hat.
Jetzt gehen die Anwohner der Musbacher Straße (L 409) auf die Barrikaden. Denn immer wenn sich der Verkehr staut, sind auch die Garagen- und Hofeinfahrten verstellt, und die Anwohner haben größte Mühe, mit ihrem Fahrzeug das Grundstück zu verlassen. „Für die Anwohner ist das eine Riesenbelastung“, weiß Nestle, der deren Verärgerung durchaus verstehen kann.
Jetzt wird wieder über eine Ampelanlage nachgedacht
Doch wie dem Verkehrschaos entgehen? Schließlich soll die Vollsperrung der Straße zwischen Freudenstadt und Friedrichstal voraussichtlich bis Ende September dauern. Ortsvorsteher Nestle hatte bei der Kreisverkehrsschau im Frühjahr mit Vertretern der Verkehrsbehörde im Landratsamt über das Aufstellen einer Ampelanlage gesprochen. Die Idee wurde aber schnell wieder verworfen. Denn eine Ampelschaltung hätte einen möglichen Rückstau auf der B 462 Richtung Baiersbronn bedeutet.
Bürgermeister richtet Anfrage ans Landratsamt
Inzwischen wird, angesichts der neuen Verkehrssituation, erneut darüber nachgedacht. Bürgermeister Michael Ruf hat nach einem Gespräch mit dem Ortsvorsteher eine entsprechende Anfrage ans Landratsamt geschickt, wie er auf Anfrage mitteilt. „Wir haben das Problem gesehen und sofort mit der zuständigen Behörde Kontakt aufgenommen“, betont Ruf.
Ob die Ampelanlage in der Klosterreichenbacher Ortsmitte tatsächlich kommt, steht laut der Pressesprecherin des Landratsamts, Sabine Eisele, noch nicht fest.