Hat die meisten Facebook-Nutzer zufrieden gestellt: Der neue, ausgetauschte Weihnachtbaum in der Hirschgasse. Foto: Becker

Der erste Weihnachtsbaum in der Hirschgasse hielt sich nicht lange. Innerhalb eines Tages war ein anderer da. Der Austausch wurde in den sozialen Medien von einem Kommentarfeuer begleitet. Die Stadt indes klärt auf.

Horb - Was war passiert? "Ein Traum von Baum in der Hirschgass wie jedes Jahr", schrieb ein Nutzer nicht ganz Ernst gemeint auf Facebook. Das war am Mittwoch gegen 19 Uhr. Dazu ein Bild von einem – zugegeben – nicht allzu ansehnlichen Weihnachtsbaum. Der Baum wirkte beschädigt, es fehlten in der Mitte des Stammes Äste.

Viel Spott über Aussehen des ersten Baums

Ein Shitstorm entstand, auf insgesamt 110 Kommentare und genauso viele Reaktionen schwoll er an. "Einfach eine Schande, vorher lieber gar keine Bäume", kommentierte eine Nutzerin. "Hilfe, wie wunderschön. Der Stadt graut es vor nichts", ein anderer. "Er hat innere Werte", setzte wiederum eine Kommentatorin noch einen drauf.

Allerdings kamen auch Kommentare wie: "Naja, besser wie ne gesunde kräftige Tanne umsonst gehauen für paar Tage." Solche Beiträge jedoch, blieben eindeutig in der Minderheit.

Am Donnerstag schließlich, stand plötzlich ein neuer Baum da – jener nunmehr weitaus ansehnlicher. Bei solch einem Wirbel ist man natürlich auf die Beweggründe der Stadt gespannt. Sprecherin Inge Weber teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit: "Wir sind sehr dankbar, dass jedes Jahr Privatpersonen bereit sind, uns Bäume von privaten Grundstücken zu spenden, die sowieso entfernt werden." So könnten diese Bäume als Weihnachtsbäume im Stadtgebiet wieder verwendet werden. Zudem müsse die Stadt nicht Bäume für teures Geld einkaufen oder aus dem Stadtwald schlagen.

Beweggrund: Steuergelder einsparen

Da ein Weihnachtsbaum in entsprechender Größe schon mal an die 1000 Euro kosten könne, könnten dank dieser privaten Baumspenden schon mal öffentliche Steuergelder eingespart werden. Und warum wurde jener Baum in der Hirschgasse nun ausgetauscht?

Gespendeter Baum wird durch Baum aus dem Stadtwald ersetzt

"Auch dieses Jahr hat die Stadt wieder Baumspenden erhalten", weiß Weber weiter. "Von einer Privatperson wurden mehrere Bäume gespendet, einer davon wurde zunächst in der Hirschgasse aufgestellt, dann aber durch einen Baum aus dem Stadtwald Dettingen ersetzt, weil er an dieser Stelle nicht gepasst hat."

Auch in diesem Jahr werde nicht jeder Baum im Stadtgebiet jedem gefallen, weil die Stadt eben im Sinne der Nachhaltigkeit auch Bäume mit nicht perfektem Aussehen aufstelle, wenn diese von Bürgern angeboten würden. Die Stadt kann es eben nicht jedem Recht machen, jedoch: "Wir denken, die Mehrheit der Horberinnen und Horber wird das zu schätzen wissen, da sie den Wert eines Baumes anerkennen", endet die Sprecherin.

"Jetzt müssen wir uns nicht mehr schämen"

Es dauerte nicht lange und es landete ein Bild von dem ausgetauschten Weihnachtsbaum in den sozialen Medien. Wieder viele Kommentare. Darunter: "Ich bin der neue. Aus meinem Kollegen werden Hackschnitzel." Aber auch: "Vielen lieben Dank, liebe Stadt, jetzt müssen wir uns nicht mehr schämen, in der Hirschgasse."