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Ärger in Dietingen Eltern empört über Schulschließung

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Die Botschaft vieler Eltern aus Irslingen und Böhringen ist eindeutig. Darin hat sich seit dem 10. November, dem Abend der Gemeinderatssitzung, als dieses Thema das erste Mal öffentlich diskutiert wurde, nichts geändert. Foto: Schmidt

Die Schulstandorte in Böhringen und Irslingen sollen geschlossen werden, das steht fest. Eltern der betroffenen Kinder fühlen sich übergangen, viele finden kein Verständniss für dieses geplante Konzept. Lesen Sie mehr darüber in unserem (SB+)-Artikel.

Dietingen - "Wieso sind wir eigentlich wieder hergekommen", fragen sich einige Eltern der Schüler aus Böhringen und Irslingen nach der Gemeinderatssitzung. Denn: Die Schulstandorte in den beiden Teilorten sollen geschlossen werden, in die Gebäude werden Krippen- und Kindergartengruppen einziehen. Die Dietinger Schule soll als zen­traler Mittelpunkt für alle Schulkinder der Gesamtgemeinde erweitert werden.

Bürger "not amused"

Um die 30 Mütter und Väter waren gekommen, um bei dem Entwurf für den Grundsatzbeschluss zur Betreuung und Unterrichtsversorgung in der Gemeinde dabei zu sein. Nach der Sitzung ist die Stimmung unter den anwesenden Bürgern aufgebracht. Den Eltern fehle die Transparenz und sie fühlten sich übergangen, hieß es dort.

Dass das Thema der Schulschließung zu vielen Diskussionen führen würde, war bereits im Vorhinein klar. Schließlich sind auch viele Eltern und ihre Kinder von der Schließung der zwei Standorte betroffen und machen sich Sorgen um die schulische Zukunft der ganz jungen Dietinger. Zurecht, das erkennt auch Bürgermeister Frank Scholz.

Mit einem Grundsatzbeschluss wolle der Gemeinderat nun in einem ersten Schritt und transparent für Eltern und Bürger die Neustrukturierung angehen und in den kommenden Jahren zügig umsetzen, teilt Scholz mit. Über diesen Beschluss soll in einer weiteren Sitzung im Dezember abgestimmt werden.

Bereits vor zwei Wochen war die Schulschließung Thema im Gemeinderat, damals waren etwa hundert Eltern vor Ort, um sich zu informieren und Fragen zu stellen. Es stellte sich heraus, dass die Eltern zumindest einen möglichst klaren Zeitplan wollen, wann die Schließung geschehen und wie es mit ihren Kindern weitergehen wird, so Scholz. Im Grundsatzbeschluss soll dieses Anliegen nun so konkret wie möglich abgebildet werden.

Leerstand möglich

Auch die Fragen, ob es sicher ist, dass es eine Nachnutzung geben und ob es einen – zumindest zeitweisen – Leerstand geben werde, sollten aktuell geklärt werden. Dafür müssten die Gebäude jedoch erst einmal auf die neuen Anforderungen geprüft werden.

Eine direkte Ablösung durch Krippe und Kindergarten sei schwer vorherzusagen. Doch eins ist sicher: In Böhringen wird es schneller gehen als in Irslingen. Dort seien die Räumlichkeiten für eine Krippennutzung gut geeignet, und es sei zu erwarten, diese so schnell wie möglich umzusetzen. "Ein Zieldatum im Grundsatzbeschluss wäre unsicher und eine falsche Sicherheit", findet Scholz. Er sei sich bewusst, dass es dadurch einige Eltern geben werde, die ihre Kinder vor diesem Hintergrund lieber auf Schulen in den umliegenden Gemeinden schicken werden. Es bringe aber nichts, Ziele zu setzen, die dann nicht eingehalten werden könnten.

Eiertanz um Zieldatum

Auf Drängen einiger Gemeinderäte, der Bevölkerung ein klares Signal geben zu müssen, um Perspektiven für alle Eltern und Kinder zu garantieren, wurde sich im Entwurf des Beschlusses schlussendlich doch auf ein Zieldatum geeinigt.

Die Außenstellen in Irslingen und Böhringen sollen vor­aussichtlich ab dem Schuljahr 2024/2025 mit der Schule in Dietingen zusammengefasst werden. Für den Start der Krippengruppen in Böhringen wird das Jahr 2021/22 angedacht.

Im Grundsatzbeschluss soll festgelegt werden, dass es für alle drei Standorte mit Kindertagesstätten in Dietingen, Irslingen und Böhringen identische Angebote geben werde. Dies sei wichtig für den Mehrwert der Gemeinde in Zukunft, so Scholz. Dazu sollen auch "attraktive Profile und Konzepte wie beispielsweise Schwerpunkte für Sport und Musik" beitragen.

Fördermittel im Gespräch

Aus dem Ratsgremium kam die Frage nach der Abhängigkeit von Fördermitteln zum Umbau. Eine Förderung von etwa 25 bis 40 Prozent sei zu erwarten, so der Bürgermei­ster, da Krippen- und Kindergärten eine Priorität des Landes seien. Diese Mittel seien noch nicht garantiert, im Herbst kommenden Jahres soll eine erste Kostenaufstellung gemacht werden.

Eine Krippe sei in der Gemeinde besonders dringlich, das ging aus einem Gutachten hervor, welches in einer Klausurtagung im Oktober erst den Räten und später den Eltern in wesentlichen Zügen vorgetragen wurde (wir haben berichtet).

Die Bevölkerungszahl in Dietingen soll in den kommenden Jahren einen enormen Zuwachs erfahren. Aus diesem Grund müsse man sich überlegen, diese Krippe eventuell auch ohne Fördermittel möglichst schnell umzusetzen. Die finanzielle Ausstattung für die erforderlichen baulichen Maßnahmen sollen dabei in die Haushaltsplanung der Gemeinde für die Jahre 2021 bis 2025 aufgenommen werden. Mit Fördermittel sei ein Beginn frühestens 2022 möglich.

"Woher kommt dieser große Bedarf?", fragen sich die anwesenden Eltern nach der mehr als dreistündigen Sitzung. "Eine Schule in gutem Zustand dafür zu schließen ist doch irre", findet eine Mutter.

Eltern enttäuscht

Die betroffenen Eltern seien enttäuscht, wieso ihre alternativen Vorschläge zum Erhalt der Schulstandorte, welche sie bei der vergangenen Sitzung geäußert hätten, nicht aufgenommen worden seien. Lediglich auf den Wunsch nach einem konkreten Zeitplan sei der Gemeinderat eingegangen.

Das gesamte Konzept sei für die Bevölkerung nicht einleuchtend, so eine Mutter aus Böhringen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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