Kein Geld da oder nur in unbequemen Scheinen. Burladinger Kunden ärgerten sich. Die ansässigen Banken äußerten sich, wie es dazu kommen kann.
Die Sparkasse Zollernalb, Geschäftsstelle Burladingen, verfügte dieser Tage nur über zwei Bankautomaten, der dritte war abgebaut. Schlecht, dass aus den beiden vorhandenen – zumindest am 4. Mai, vielleicht länger – kein Geld zu bekommen war. Der eine ist nur für Einzahlungen vorgesehen, der zweite gab nichts her.
Also zur Volksbank hinüber, um dort das Benötigte abzuheben. Das kostet freilich eine Gebühr, wenn man nicht Kunde des Instituts ist, sondern einem anderen angehört. Immerhin, Geld war hier zu bekommen.
„Da hast du Glück gehabt“, meinte ein Bekannter, der Volksbankkunde ist. Auch dort könne man leer ausgehen. So sei es ihm kürzlich widerfahren. Und ausgerechnet an einem Tag, als auch die Maschine in der Sparkasse nichts ausspuckte. „Da kann man froh sein, dass man beim Lidl oder beim Rewe auch Geld bekommen kann“, erboste sich der Mann.
„Peinlich für die Bank“
Wir fragten zunächst bei der Sparkasse nach. Pressesprecher Wolfgang Stahl entschuldigte sich im Namen seines Instituts. Es sei ärgerlich für betroffene Kunden und peinlich für die Bank, könne aber vorkommen, dass der Bestand unvorhergesehen zur Neige geht. Das sei der Fall – jedoch äußerst selten – wenn unerwartet viele Kunden Geld abholen. Das Problem, das jetzt in Burladingen dazukam, sei der Austausch des zweiten Ausgabe-Automaten gewesen.
Wie Stahl sagte, ist der Automat inzwischen eingetroffen, installiert und versieht ordnungsgemäß seine Aufgabe. (Das stimmt, wir haben uns vor Ort davon überzeugt.) Für das Auffüllen der Geldbestände, erklärte Stahl weiter, sei ein Dienstleister zuständig, der die Stellen regelmäßig anfahre. Auf die Rückmeldung einer Verknappung hin, würden die Touren entsprechend vorverlegt. „Wir bemühen uns, da schnell nachzufüllen“, versicherte er.
In der schräg gegenüber liegenden Volksbank Zollernalb stehen drei Geldautomaten zur Verfügung. Der Darstellung, alle drei miteinander hätten in jüngerer Zeit nichts hergegeben, widersprach Nico Gotthardt, Bereichsdirektor im Vorstandsstab des Instituts.
Möglich an Feiertagen
Möglich sei, dass einer von mehreren außer Funktion geht oder die „Stückelung“ nicht dem Wunsch der Kunden entspricht – nur große oder nur kleine Scheine nicht ausgezählt, sondern: ausgezahlt werden. Das könne an Feiertagen vorkommen, wenn die Automaten übermäßig stark frequentiert sind. „Wir haben da unsere Erfahrungswerte und versuchen uns entsprechend vorzubereiten, aber man hat es eben nicht immer in der Hand. „Dann steht kurzfristig eine Scheinart nicht zur Verfügung.“ Auch seine Bank sei bemüht, dann schnell Abhilfe zu schaffen.
Aber: Steckt hinter dem Mangel Methode? Sollen Bürgerinnen und Bürger auf subtile Art vom Bargeld entwöhnt und auf bargeldlosen Zahlungsverkehr umerzogen werden, mit Handy oder Karte? Steht dahinter das Ziel, langfristig das Bargeld abzuschaffen, um noch den letzten Zahlungsvorgang gläsern zu machen? Bürgerinnen und Bürger fragen sich das durchaus.
Bargeld werde nicht verschwinden
Nein, das sei gewiss nicht der Fall, versicherte zunächst Wolfgang Stahl. Bargeld werde nicht verschwinden oder abgeschafft. „Natürlich ist es nicht mehr wie früher. Wenn man die Barauszahlungen in den Geschäftsstellung von vor 20 Jahren mit denen von heute vergleicht, handelt es sich nur noch um einen Bruchteil. Selbst beim Bäcker kaufen die Leute heutzutage eine Brezel mit der Karte. Aber Verschwinden wird das Bargeld nicht.“
Ähnlich Nico Gotthard: „Zwischen einer unerwünschten Stückelung und einer geplanten Abschaffung des Bargelds gibt es keinen Zusammenhang. „Das muss man klar widerlegen. Es ist unser Anspruch für unserer Kundinnen und Kunden, das Vorhandensein von Bargeld immer zu gewährleisten.“
Service wird vermisst
Das alles ist glaubhaft und nachvollziehbar. Dennoch stehen Banken in der Kritik, nachdem zum einen in vergangenen Jahren viele ihre Filialen aus der Fläche zurückgezogen haben, zum anderen Bankgeschäfte zunehmend in digitale Bahnen verlegt werden. Man vermisst Ansprechpartner und Service.
Die Institute wiederum begründen ihre Neuausrichtung mit hohem Kostendruck, argumentieren aber auch damit, dass Teile der Kundschaft das digitale Banking als bequem empfinden, fordern und längst angenommen haben.