Zur stehen gebliebenen Papiertonne gesellt sich die Biotonne – beide warten auf die Abholung. Foto: Otto

Bei der Müllabfuhr sind die Bürger im Kreis Rottweil sensibel – nicht zuletzt wegen der vergleichsweise hohen Müllgebühren. Seit vergangener Woche gibt es wieder Probleme. Wir haken beim Landratsamt nach.

In Sachen Müllabholung haben die Bürger im Kreis schon einiges mitgemacht – und der Blick auf den Kontoauszug mit der Gebührenabbuchung sorgt zudem nicht gerade für einen langen Geduldsfaden.

 

Seit vergangener Woche hakt es erneut mit der Abfuhr, und etliche Leser haben sich an unsere Redaktion gewandt, um ihrem Ärger Luft zu machen. Nicht nur die Papiermülltonne blieb in etlichen Gemeinden teilweise tagelang stehen, auch beim Bio- und Restmüll gab es Verzögerungen.

Tonnen stehen tagelang

In Villingendorf beispielsweise war die Papiertonnen-Leerung für Samstag angesagt. „Da bekomme ich schon den Horror wenn ich auf dem Abfuhrplan den Termin an einem Samstag sehe“, schreibt uns ein Leser am Dienstag. Die Tonne stehe immer noch. „Es ist eine Zumutung“, meint er. Das immer wieder angeführte Personalknappheitsargument lässt er nicht gelten. Das sei – auch – eine Frage der Bezahlung. Aus Bochingen oder Aichhalden gibt es ebenfalls Beschwerden. Betroffen sind auch Bösingen, Epfendorf, Rottweiler Teilorte und andere Gemeinden.

Hohe Gebühren ein Ärgernis

„Wir bezahlen die höchsten Gebühren für die Müllabfuhr im Umkreis und werden am Schlechtesten bedient“, sagt eine weitere Leserin. Ihre Forderung, dass „der OB“ sich endlich mal Angebote von einem anderen Anbieter einholen müsse, bedarf aber natürlich der Klarstellung: Zuständig ist der Landkreis, der die Entsorgung an die Firma Alba vergeben hat.

Und was sagt die Kreisbehörde dazu? Beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft sei bekannt, dass es im Laufe der vergangenen Woche zu Verzögerungen bei der Abholung kam, so Pressesprecherin Andrea Schmider auf Nachfrage.

Entspannung in Sicht

Es gebe aber gute Nachrichten, sagt sie: „Von ALBA wurde uns aktuell eine deutliche Entspannung des Krankenstandes gemeldet, außerdem setzt das Unternehmen nun zwei zusätzliche Fahrzeuge aus der Niederlassung in Deißlingen ein.“ Daher gehe die Disposition der Alba davon aus, dass die Rückstände bis zum Ende der Woche abgefahren sein werden.

Innerbetriebliche Komplikationen

„Alba hatte uns bereits letzte Woche innerbetriebliche Komplikationen gemeldet, die insbesondere durch einen hohen Krankenstand verursacht wurden“, so die Landratsamts-Sprecherin weiter. Weniger Fahrer bedeute, dass Touren ausfallen und dann nachgeholt werden müssen. Und jeder Ausfall wirke sich auf alle nachfolgenden Touren aus. Dass durch den Feiertag ein Tag weniger für die Aufarbeitung der Rückstände zur Verfügung stand, verschärfte das Problem.

Geruchsprobleme im Blick

Und: Um bei der Hitze Geruchsprobleme weitgehend zu verhindern, habe ALBA zunächst vorrangig die Rückstände bei den Bioabfall- und Restmüll-Touren abgearbeitet. Die Blauen Tonnen wurden zurückgestellt und sollten im Lauf dieser Woche geleert werden. Um möglichst schnell voranzukommen, fahre Alba jetzt nicht mehr nach Plan die Papiertour nach. „So kann es dazu kommen, dass in einer Gemeinde oder einem Teilort die Tour abgebrochen werden muss, weil das Fahrzeug voll ist.“

Fahrer teilweise ortsunkundig

Hinzu komme, dass die Lenkzeiten eingehalten werden müssen. Und noch eine Erklärung: die beiden Zusatzfahrzeuge sind mit ortsunkundigen Fahrern besetzt und eventuell auch Ladern, die nicht jede Straße kennen.

„Unser Eigenbetrieb Abfallwirtschaft hat die Bevölkerung sowohl über die App als auch über unsere Internetseite informiert, jeweils entsprechend des uns vorliegenden Informationsstandes“, betont die Sprecherin. Allerdings: Pushnachrichten über die App in Bezug auf den ganz genauen Abfuhrtag für die Blaue Tonne seien derzeit noch nicht möglich. Es bleibt also spannend.