Wenn es regnet, ist in dieser Schwenninger Ecke recht schnell Land unter. Einer der Anlieger beklagt das schon seit Jahren. Er findet, dass die Stadt hier etwas tun muss.
In regelmäßigen Abständen beobachten die Anlieger am Schwenninger Hankenberg, dass bei Regenfällen sehr schnell sehr viel Oberflächenwasser den Hang hinunter läuft. Dieses bilde unten in der Senke zum Sonnenbädle hin auf dem Sträßchen Gürgele binnen kurzer Zeit eine sehr tiefe und große Wasserlache.
Das Wasser stehe dann zudem auch auf dem Parkplatz des Anwesens Crystal Forum, sagt der Anwohner und ergänzt: „Die ganze Brühe läuft auf das Gelände”.
Er selbst habe sich deswegen mehrfach bei der Stadtverwaltung beschwert und auch das Baurechtsamt in der Sache kontaktiert; auf seine schriftliche Anfrage habe er aber bis dato keine Antwort bekommen. Eine solche Anfrage sei nicht eingegangen, heißt es derweil seitens der Stadt. Der Anwohner ärgert sich über diese Aussage maßlos und ist empört - ebenso wie darüber, dass einer seiner Nachbarn bei Starkregen immer damit zu kämpfen habe, dass viel Wasser über sein Grundstück laufe; würde er nicht selbst eine Barriere mit Sandsäcken auslegen, hätte er Wasser im Keller.
Keine städtische Fläche
Eine Nachfrage der Redaktion in dieser Sache bei der Stadtverwaltung wurde vor einiger Zeit von Stadtsprecherin Madlen Falke beantwortet. Sie verweist auf Folgendes: „Der Hankenberg ist keine Fläche in städtischem Eigentum. Generell ist jeder Grundstückseigentümer verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden durch wild abfließendes Wasser auf seinem Grundstück zu verhindern oder zu minimieren. Dies kann durch die Installation von Drainagen, Regenrinnen und Schutzwällen erfolgen.“ Der Anwohner wiederum wundert sich: Er meint, dass die Stadt sehr wohl ein Grundstück im fraglichen Bereich habe und allein deswegen doch auch schon mit in der Pflicht sei, an einer Problemlösung mitzuwirken.
Entwässerung nicht geregelt
Grundsätzlich kritisiert er auch, dass die Gebäude am Hankenberg vor Jahren an das Kanalisationsnetz angeschlossen worden seien, man aber im Zuge dessen keine Rohre für das Oberflächenwasser verlegt habe. Stadtsprecherin Falke schildert dazu die Sicht der Verwaltung: Die Straße am Hankenberg sei bei Errichtung asphaltiert worden, ohne deren Entwässerung zu regeln, weil es keine Anschlussmöglichkeit für das Regenwasser gegeben habe.
Eigentlich habe man ein Versickerungsbecken zur Einleitung in das Grundwasser geplant, als Grundvoraussetzung für die Einrichtung des Regenwasserkanals. Das sei aber nicht möglich gewesen, weil der dafür notwendige Grundstückstausch oder -kauf einer dafür erforderlichen Teilfläche stockte.
„Wasser fließt bekanntlich immer zum tiefsten Punkt“
Allerdings wäre der Regenwasserkanal aus Sicht der Stadt auch kein Allheilmittel: Die Situation, so vermutet man bei der Verwaltung, könne durch die Errichtung eines Regenwasserkanals vermutlich etwas abgemildert werden, „eine vollständige Lösung des Problems darf hier allerdings aufgrund der steilen Hanglage nicht erwartet werden.” Es sei „eine unveränderbare Tatsache: Wasser fließt bekanntlich immer zum tiefsten Punkt.“
Im vorliegenden Fall werde das Mischwasser am Fuß des Hankenbergs abgepumpt, erläutert Stadtsprecher Patrick Ganter ergänzend. Durch die Topographie und die Lage der Kanäle sei es notwendig, punktuell das Abwasser aus dem Bereich Hankenberg anzuheben, damit es im Freigefälle nach Schwenningen fließen könne. Hier wiederum merkt der verärgerte Anwohner an: Bei dem Pumpwerk gehe es seines Wissens nur ums Schmutzwasser – das Oberflächenwasser, das hier für die genannten Probleme sorgt, sei davon gar nicht betroffen.
Starkregenkarte
Infos im Geoportal
Im Geoportal der Stadt (www.villingen-schwenningen.de, Bauen & Wohnen, Vermessung, Geoportal) kann man die Starkregenkarten einsehen. Die Verwaltung bemerkt hierzu: „Zusätzlich sollten Grundstückseigentümer die Starkregenkarten nutzen, um mögliche Gefahrenstellen auf ihrem Grundstück zu identifizieren und entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Die Stadt stellt Beratung und Unterstützung für Maßnahmen zur Regenwasserrückhaltung und -ableitung zur Verfügung, um die Anwohner bei der Umsetzung effektiver Schutzmaßnahmen zu unterstützen.“