Radwege mit abtrennenden Grünstreifen zur Fahrbahn würden mehr Sicherheit in der Doppelstadt bieten. Foto: Marc Eich

Sicherheit ist ein großer Aspekt für Jugendliche. Im zweiten Teil der Serie mit Wünschen und Anregungen von Jugendlichen sprechen Alina Meichelbeck und Manuel Götz darüber, was sich in Villingen-Schwenningen diesbezüglich ändern sollte.

Radwege, Sicherheit, Schule, Stadtbild und Freizeit sind die großen Themengebiete, in denen sich Alina Meichelbeck und Manuel Götz Veränderungen wünschen. Als Jugendlicher werde man besonders von den älteren Generationen häufig als störend und „böse“ betrachtet. Doch das führt auch oft dazu, dass sich Jugendliche ausgegrenzt und nirgends wirklich erwünscht fühlen.

 

Damit die Wünsche der Jugendlichen sichtbar werden und ihre konstruktiven Vorschläge für Veränderungen in Villingen-Schwenningen gehört werden, sprechen nun zwei von ihnen darüber. Im zweiten Teil der zweiteiligen Serie geht es um die Radwege, Sicherheit, Fremdenhass, Schulen und die Stadtbibliotheken.

Sicherere und mehr Radwege

Eines der Steckenpferde oder besser Drahteseln von Manuel Götz ist das Radwegenetz. Hier sei die Stadt zwar schon sehr hinterher und es gebe bereits einige Radwege, doch an manchen Stellen fühlen sich die Radfahrer auf den schmalen Radstreifen nicht sicher. Als Beispiel nennt er den Fahrradweg am Krebsgraben, bei dem er selbst schon ein paar Mal beinahe angefahren worden sei, oder die Radwege bei der Eisenbahnbrücke am Bahnhof.

Mehr Sicherheit könnte durch eine klare Abtrennung mit einem Grünstreifen von der Fahrbahn, dem Radweg und dem Fußweg entstehen, wie es bereits in manchen Teilen Villingens vorzufinden ist. Klar ist ihm aber auch, dass dies aus Platzgründen nicht überall möglich sein wird.

Doch auch hierfür haben die zwei Jugendlichen eine Idee: mehr Spielstraßen. Durch vermehrte Spielstraßen und somit einem verkehrsberuhigten Verkehr, vor allem bei vielen Rechts-vor-Links-Kreuzungen, könnte das Gefahrenrisiko vermindert werden.

Zudem wünschen sie sich, dass vor allem vor Schulen mehr Radwege und vor allem sichere Radwege entstehen, damit diese auch für Schüler attraktiv werden.

Sicherheit von Körper und Persönlichkeit

Sicherheit ist der nächste Punkt, der den Jugendlichen wichtig ist. Hierbei spielen Beleuchtungen eine große Rolle. Im Sommer zu später Stunde und im Winter bereits ab den Nachmittagsstunden gibt es außerhalb der starkbefahrenen Straßen und Wege auch richtig dunkle Flecken, wie die Beiden beschreiben.

So sei es zum Beispiel bei der Wöschhalde und beim Hubenloch ziemlich dunkel und nach 20 Uhr fühle man sich dort einfach nicht mehr wohl, sagt Götz. Die Polizei sei zwar präsent, aber fahre doch immer wieder dieselben Straßen ab, wie er beschreibt. Viele Jugendliche würden sich auch abends sicherer fühlen, wenn diese dunklen Ecken ebenfalls beleuchtet wären. Kostenlose Selbstverteidigungskurse könnten unter Jugendlichen ebenfalls das Sicherheitsgefühl stärken. Dies könnte eventuell auch in einer Art Ferienprogramm in Kooperation mit dem Jugendhaus umgesetzt werden.

Aufklärung im Bereich Rassismus

Aber auch die Persönlichkeit und das Erscheinungsbild gilt es besser zu schützen. Fremdenhass, Rassismus und Anfeindungen sind besonders auch in den Schulen immer wieder ein Problem. Hierbei würden sich die Jugendlichen wünschen, dass Lehrer hier mehr durchgreifen und Aufklärungsarbeit betreiben, denn oftmals sei es den Schülern gar nicht bewusst, was es bedeutet. Eine verpflichtende Lehrerfortbildung oder eine Art „Rassismus-Beauftragten“ an Schulen fänden sie gut. Denn dann wissen die Schüler genau, an wen sie sich wenden können und Lehrer können gezielt auch im Unterricht Aufklärungsarbeit leisten.

Werbung für Meldestellen

Zudem sollte vermehrt Werbung für die Meldestelle gemacht werden. Denn auch darüber wissen zu wenige Menschen Bescheid, dass sie sich bei Problemen an diese Hotline wenden können und somit merken, dass man sich für ihr Leiden Zeit nimmt und sich interessiert, erklärt Meichelbeck.

Exkursionen zur Prävention

Auch über Exkursionen in andere kulturelle Einrichtungen, wie eine Moschee, könne eine Verbesserung erzielt werden. Hierbei sollte zum Beispiel über die Stadt klar geklärt sein, welche und wie viele Exkursionen alle Schulen im Schuljahr machen. Denn eine faire Aufteilung sei lehrer- und schulabhängig so die beiden Villinger. Durch eine eventuelle Zentralisierung solcher Angebote würde die Last für Lehrkräfte sinken und jeder Schüler, egal welchen Bildungsgrades, habe dieselben Chancen.

Grundsanierung für alle Schularten

Das zeigt sich auch an der Ausstattung und dem Zustand der Schulen. Während einige vollausgestattet mit Whiteboards und iPads sind, tropft es bei anderen wohl schon seit geraumer Zeit von der Decke. Hier sollte es ebenso Gleichberechtigung für alle geben, unabhängig von der Schulart. Außerdem beschämt es die Jugendlichen, dass zum Beispiel die Gymnasien vollausgestattet seien, aber andere Schulen dringend eine Sanierung benötigten. Eine Sanierung der grundlegenden Dinge, wie Sanitärräume und Klassenzimmer sollte für alle Schulen möglich sein, bevor jeder Lehrer ein iPad bekommt.

Stadtbibliotheken sollten Zeiten anpassen

Zu guter Letzt wünschen sich die zwei ein Angebot für Schüler zum Lernen. Die Stadtbibliotheken seien hierfür ein hervorragender Ort, allerdings sei in der Oberstufe ein Besuch meist zeitlich nicht realisierbar. Abends wird es nach der Mittagsschule zu knapp und am Samstag sind die Öffnungszeiten gekürzt. Mit speziellen Lerntagen, an denen die Öffnungszeiten anders sind, könnten vor allem vor den Prüfungen Schüler gemeinsam lernen. Auch die Kinderabteilung neben der Lernecke in Schwenningen findet Götz nicht optimal geregelt.

Mit ihren konstruktiven Vorschlägen für die Bedürfnisse der Jugendlichen möchten Alina Meichelbeck und Manuel Götz ein paar Ideen anregen. „Es ist wie ein Liebesbrief für Villingen“, meint Alina Meichelbeck zum Schluss mit einem Lächeln.