Rings um den Wolfacher Spielplatz Weihermatte gilt seit März zu den Öffnungszeiten des Spielplatzes Tempo 30. Foto: Lupfer

Die Geschwindigkeitssenkung zwischen Wolfach und Oberwolfach wird von Anwohnen begrüßt. In den Rathäusern der Wolftal-Gemeinden herrscht dagegen eher der Frust vor.

Von 8 bis 20 Uhr gilt seit März zwischen der Vermessungsamts-Brücke und dem Oberwolfacher Ortseingang Tempo 30. Während Anlieger den niedrigeren Geräuschpegel durch die sprichwörtliche Verkehrsberuhigung begrüßen, sitzt der Frust im Wolftal bei einigen nach wie vor tief. Doch auch wenn das Straßenverkehrsamt des Landratsamts Offenburg an seiner Einschätzung festhält: Noch ist das Thema nicht abschließend geklärt.

 

„Wir sehen hier absolut kein Gefahrenpotenzial und sehen die neue Anordnung sehr kritisch“, betonte Oberwolfachs Bürgermeister Jürgen Nowak Ende März. Mit markigen Worten machten er, Bad Rippoldsau-Schapbachs Bürgermeister Bernhard Waidele, Gemeinderat Roland Haas und Busunternehmer Kurt Heizmann ihrem Ärger über das da noch neue Tempolimit Luft. Auch im Gemeinderat Oberwolfach wollte man die Anordnung des Straßenverkehrsamts nicht einfach hinnehmen und beauftragte die Verwaltung, formell Widerspruch einzulegen. Seither wurde es ruhig um das Thema. Abgehakt ist die Sache aber noch nicht.

Widerspruch liegt beim Landratsamt vor

„Beim Landratsamt Ortenaukreis ging ein Widerspruch ein. Die betroffenen Gemeinden wurden über den Eingang informiert“, bestätigte Annette Streif, die Leiterin des Straßenverkehrsamts, am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. Derzeit werde die Angelegenheit intern noch einmal geprüft und dann weitergereicht. Denn, so ergänzte Streif: „Über den Widerspruch entscheidet das Regierungspräsidium Freiburg.“

Gemeinderat Martin Dieterle hatte dem Landratsamt in der März-Sitzung des Rats einen Formfehler vorgeworfen, weil die L96 auch auf Oberwolfacher Gemarkung liegt, die Gemeinde aber in der Verkehrsschau nicht beteiligt war (wir berichteten). Zudem sei die Strecke des neuen Tempolimits laut Google Maps 550 Meter lang, ein Lückenschluss aber nur bis maximal 500 Meter zulässig, monierte Dieterle. Wie steht das Straßenverkehrsamt zu den Vorwürfen?

„Im Vorfeld der Anordnung erfolgte keine förmliche Beteiligung der Gemeinde“, räumte Streif ein. „Das wurde im Nachgang vor dem Aufstellen der Schilder ausführlich, auch in persönlichen Gesprächen, nachgeholt.“ Anfang des Jahres waren Bürgermeister Jürgen Nowak und sein Wolfacher Amtskollege Thomas Geppert gemeinsam zu Gesprächen in Offenburg. Die Strecke für den sogenannten Lückenschluss definierte Streif anders als Dieterle: „Die Beschränkung konzentriert sich auf den unmittelbaren Bereich des Spielplatzes , umfasst insgesamt 300 Meter, Also jeweils 150 Meter in beide Fahrtrichtungen. Die Bemessung des Lückenschlusses erfolgt zwischen dem neuen Abschnitt und dem Abschnitt der bestehenden Beschränkung auf 30 Stundenkilometer. Hierbei verbleibt eine Lücke von rund 350 Metern.“

Der Lückenschluss sei nach der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung möglich, „wenn zwischen zwei Geschwindigkeitsbeschränkungen lediglich ein kurzer Streckenabschnitt von bis zu 500 Metern liegt“.

Es gibt nicht nur Kritik

Nach wie vor gibt es nicht nur Ablehnung für das Tempolimit. Auch gegenüber dem Straßenverkehrsamt: „Es gingen auch positive Rückmeldungen ein“, bestätigte Annette Streif. „Insbesondere aus der direkten Anwohnerschaft wurde die Temporeduzierung teilweise begrüßt. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass zu Stoßzeiten ohnehin häufig keine höheren Geschwindigkeiten möglich seien.