Der Fußballbezirk Nordschwarzwald ist mit seinem Manipulationsskandal nicht alleine. Für Aufmerksamkeit sorgt in dieser Woche ein ähnlicher Fall in Hessen – mit völlig anderem Urteil.
Zwei ähnliche Fälle, doch zwei völlig andere Sportgerichtsurteile: Während der Verein aus dem Kreis Calw, der im Frühjahr einen Spielerpass manipuliert und so einem seiner Spieler eine falsche Identität gegeben hatte, mit einer relativ milden Geldstrafe in Höhe von 300 Euro davonkam, greift das Sportgericht in Frankfurt im dortigen Fall knallhart durch – mit mehrmonatigen Sperren und einer wesentlich höheren Geldstrafe.
Passnummer des Bruders
Den Fall aus Hessen hatte am Dienstag dieser Woche die „Wetterauer Zeitung“ bekanntgemacht. Betroffen ist dort Germania Frankfurt, der älteste Fußballverein der Mainmetropole. Er war vor wenigen Wochen über die Relegation in die Gruppenliga aufgestiegen, die in Hessen die siebthöchste Spielklasse darstellt – vergleichbar mit der Landesliga in Württemberg. Der Co-Trainer von Germania fälschte seinen eigenen Spielerpass, indem er unter der Passnummer seines Bruders spielte, aber sein eigenes Foto dafür verwendete. Ähnlich ging auch der verurteilte Verein aus dem Kreis Calw vor. Mit dem manipulierten Spielerpass spielte der Co-Trainer einmal für die erste Mannschaft sowie mehrfach für die zweite Mannschaft in der Kreisliga B. Das komme „einer Urkundenfälschung gleich“, schreibt dazu die „Wetterauer Zeitung“.
Zwei Jahre Platzverbot
Anders als das Sportgericht des Fußballbezirks Nordschwarzwald machte das Frankfurter Sportgericht kurzen Prozess und belegte den Co-Trainer mit einer Sperre von 96 Pflichtspielen. Zudem wurde er mit einer Trainersperre und einem Platzverbot von zwei Jahren belegt und muss eine nicht näher definierte Geldstrafe bezahlen.
Doch auch der Verein wurde drastisch bestraft: Germania Frankfurt erhielt eine vierstellige Geldstrafe und darf fünf Monate lang sowohl mit der ersten als auch der zweiten Mannschaft kein Spiel bestreiten. Die ersten 20 Ligaspiele in der Gruppenliga werden somit allesamt mit 0:3 gegen Germania Frankfurt gewertet, das erst nach der Winterpause im neuen Jahr am Spielbetrieb teilnehmen darf. „Vorausgesetzt, dass der Verein dann noch eine Mannschaft aufbieten kann“, heißt es in der „Wetterauer Zeitung“.
Keine Konsequenzen
Für den betroffenen Verein aus dem Kreis Calw hatte die Pass-Manipulation neben der Geldstrafe keine sportlichen Konsequenzen. Es wurde lediglich die Partie, in der der Spieler mit falscher Identität eingesetzt wurde, mit 0:3 gegen ihn gewertet.