Weihnachtslieder gab es beim „Adventssingen“ des Balinger Rockvereins zu hören. Doch diese klangen ein bisschen anders, als man sie gewohnt ist. Fünf Bands aus der Region rockten die Eberthalle.
Der Titel des Konzerts am Samstagabend in der Eberthalle klang besinnlich: Der Balinger Rockverein hat zum „Adventssingen“ eingeladen. Doch wer Engelschöre erwartete, irrte: Fünf Bands verschiedener Rock- und Metalrichtungen gaben sich auf der Bühne die Klinke in die Hand. Doch auch wenn die Töne härter als gewohnt waren – der Weihnachtszauber fehlte nicht. Die Bühne war gesäumt von funkelnden Weihnachtsbäumen und jede Band sang mindestens ein bekanntes Weihnachtslied – in ihrer ganz eigenen Art und Weise: Laut, schnell, rockig. „Heavy Metal unterm Weihnachtsbaum“ sozusagen.
Schwaben-Rock und Heavy Metal aus Balingen
Den Auftakt machten zwei Balinger Bands: Zuerst gab es mit „Frieda and the Oldstocks“ Schwaben-Rock aus Stockenhausen, denen „Draconian Remains“ folgten, die zeigten, wie weihnachtlich Heavy Metal ist: Augenscheinlich eignen sich schwarze Nikolausmützen genauso gut zum Headbangen wie langes Haar.
„Subterfuse“ kommen zwar aus Zwiefalten, doch sind als Band Mitglied im Rockverein Balingen, was ihnen das Ticket bescherte, beim „Adventssingen“ spielen zu dürfen. Denn beim Weihnachtskonzert des Rockvereins ist die Bühne der Eberthalle ausschließlich vereinseigenen Bands vorbehalten. Mit schwarzen Nikolausmützen coverten sie „Last Christmas“ – der Popsong stammt im Original von „Wham!“ – als Rockversion.
Rocken bis die Uhr herunterfällt
Als nächstes enterten „Subway“ die Bühne. Die Band wurde 1986 gegründet und zählt zu Balingens ältesten noch existierenden Rockbands. An Energie haben sie in den vergangenen 38 Jahren jedenfalls nicht verloren: Während ihres Auftritts fiel die Hallenuhr, die wohl seit Jahrzehnten über der Bühne hängt, zu Boden und zersprang in tausend Teile. Die fünf Musiker ließen sich davon nicht beirren und spielten weiter – so als hätte es einfach dazugehört. Da bekommt „Rock around the Clock“ eine ganz neue Bedeutung.
„Skull and Crossbones“ spielten auch beim RV-Bang
Für die Band „Skull and Crossbones“ war es der zweite Auftritt in diesem Jahr in der Eyachstadt: Im Sommer begeisterten sie bei der Premiere des RV-Bang-Festivals. Die glockenhelle, klare Stimme von Sänger Tobias Hübner fesselte die Zuhörer mit melodischem Power-Metal. Mit dem Weihnachtsklassiker „Walking in a Winterwonderland“ entließ die Band, die sich aus ehemaligen Mitgliedern der Bands „Stormwitch“ und „Forensick“ formierte, das Publikum in die verschneite Winternacht.
Verein profitierte vom RV-Bang
2019 wurde die Weihnachtstradition des Balinger Rockvereins aus der Taufe gehoben, wie Alexander Bartsch, zweiter Vorsitzender des Vereins, berichtete. Doch weil die Corona-Pandemie zwischenzeitlich die Veranstaltungsbranche lähmte, war es nun die dritte Auflage des „Adventssingens“. Das Konzert profitierte vom Aufwind des RV-Bang-Festivals, das im Juli zum ersten Mal auf dem Messegelände stattfand und im kommenden Jahr gleich zweitägig werden soll. „Es waren auf jeden Fall mehr Besucher da als im vorigen Jahr“, resümierte Bartsch. Mit etwa 350 Besuchern – die meisten schwarz gekleidet – war die Eberthalle proppenvoll. Und auch der Rockverein bekommt die Nachwirkungen des Festivals zu spüren: Nach dem RV-Bang wuchs der Verein von rund 350 auf 500 Mitglieder an.