Bei den handgemachten Schühchen und Kleidchen schlägt das Herz von Puppenmama Lani höher. Foto: Steffen Reinhold

„Weihnachtszauber“ rund um das Bad Herrenalber Kurhaus: Der Adventsmarkt hat allerhand zu bieten.

In der Vorweihnachtszeit gibt es inzwischen landauf, landab mehr oder weniger attraktive Weihnachts- und Adventsmärkte.

 

Oft muss man den Eindruck gewinnen, dass diese dem reinen Kommerz dienen und Waren und Speisen anbieten, die völlig austauschbar sind. Es macht sich bei Konsumenten dann eine gewisse Langweile breit.

Völlig anders ist dies am zweiten und dritten Adventswochenende in Bad Herrenalb. Die Touristik der Stadt lädt jeweils am Samstag und Sonntag zum „Weihnachtszauber“ rund um das Kurhaus ein.

Backkunst Gleich am Eingang des Kurparks steht Nicole Wagner in ihrem grünen Zelt und verkauft Brot, Kuchen und Gebäck aus der Pfalz. Sie betont, dass alles handwerklich gefertigt sei. Ein Renner sind die „Doppelkruste“ aus dem Steinofen, ihre Franzbrötchen und die kleinen Käsekuchen. Die Besucher des Adventsmarkt reißen sich um die vielen leckeren Brotsorten, denn solch eine traditionelle Backkunst ist nur noch selten bei uns zu finden.

Im klassischen Sinne Der Bad Herrenalber Adventsmarkt ist ein wirklicher „Markt“ im klassischen Sinne: Neben Brot, Käse, Würsten und anderen kulinarischen Köstlichkeiten findet man in den hübschen Holzbuden und Verkaufswagen auch handgemachte Seifen, Scheren und Messer, Bekleidung, und vieles andere mehr. Es wird aber nicht nur verkauft: Überall wird live gearbeitet und Kunsthandwerk produziert: Ein Tischler hobelt an seinen Holzbrettchen, Corina Spang näht vor den erstaunten Augen der Kinder süße Puppenkleidchen, Fantasy-Figuren kommen aus dem 3D-Drucker.

Der Adventsmarkt ist hervorragend geplant worden: Auf den Wegen des Kurparks reihen sich die Verkaufs- und Schlemmerbuden bunt aneinander und man kann sich gar nicht satt sehen an dem vielfältigen Angebot.

Hilfsbereitschaft Zwischendrin fällt eine Bude mit ukrainischer Flagge auf. Hier stehen Alona und eine Landsfrau hinter einer umwerfenden Kuchenauswahl mit hausgemachten Köstlichkeiten. Mehr als 20 Sorten Torten, Kekse, Muffins, Kuchen und anderem wird hier den Besuchern angeboten. Alona ist studierte Juristin aus Odesa, lebt seit drei Jahren in Bad Herrenalb. Sie und andere Frauen backen für den guten Zweck: Jeder darf gegen eine Spende vom Kuchen mitnehmen. Der Erlös des Hilfsprojektes geht an verwundete Soldaten und alte Menschen, die die Ukraine nicht mehr verlassen können. Sie berichtet in gutem Deutsch, dass sie sich über die Hilfsbereitschaft der Marktbesucher freue. Dies sei gerade in Kriegszeiten so wichtig.

Der Kurpark wird zur Mittagszeit dezent mit Weihnachtsmusik beschallt, die aufgestellten Tannenbäume strahlen im Lichterglanz.

Theo Braun (links) kostet die Wurstspezialitäten aus der Auvergne. Foto: Steffen Reinhold

Theo Braun und seine Frau Elke kommen schon seit Jahren gerne auf den Adventsmarkt. Ihnen gefallen das schöne Konzept und die Qualität der handwerklichen Waren.

Am Stand von Hugues Hezette naschen sie an den fast 30 Sorten Trockenwürsten aus der Auvergne. Die Varianten lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen: Ente mit Pfeffer, Wildschein, Knoblauch, Fenchel und vielerlei mehr. Renner ist unter anderem die Sorte mit Steinpilzen, die beim Verkosten puren herbstlichen Geschmack in den Gaumen zaubert.

„Fressmeile“ Hinter dem Kurhaus bei der Orchestermuschel ist eine Art „Fressmeile“ aufgebaut. Hier gibt es unter großen Schirmen die Möglichkeit einfach mal an Tischen Platz zu nehmen und mit der ganzen Familie zu essen und zu entspannen. Es gibt auch hier so viel Leckeres zur Auswahl: Gyros und Balkanspezialitäten, Langos und regionale Küche. Echte Metzger-Bratwürste in echten Bäcker-Brötchen. Sowas findet man gerade auf Weihnachtsmärkten kaum noch.

Bereits um die Mittagszeit tummeln sich die Besucher hinter Bad Herrenalbs Kurhaus, um die kulinarische Auswahl zu genießen. Foto: Steffen Reinhold

Am Stand des Musikvereins Bad Herrenalb-Gaistal ist die „Schwäbische Kartoffelsuppe mit Würstchen“ der Hit. Die Leute stehen Schlange, um die Suppe in den rustikalen Tassen zu kaufen. Vegetarier kommen an einem anderen Stand mit zweierlei Knödeln an Pilzsauce auf ihre Kosten.

Wie die Ukrainerin Alona zufrieden und glücklich berichtet, seien ihre Kuchen am Samstagabend bereits nach wenigen Stunden ausverkauft gewesen. Dieser Erfolg widerspiegelt sich auch bei den anderen Händlern und Anbietern.