Denise Wossmann im Paradies, das beleuchtet wird. Foto: Zoller

Adventsmarkt in Bad Herrenalb erstmals im Kurpark: Das neue Konzept verspricht am zweiten und dritten Adventswochenende stimmungsvolle Atmosphäre und mehr Sicherheit.

Der traditionsreiche Adventsmarkt in Bad Herrenalb erhält in diesem Jahr ein neues Gesicht und verspricht zugleich eine deutlich harmonischere Atmosphäre.

 

Am zweiten und dritten Adventswochenende verwandelt sich der Bereich rund um das Kurhaus und den Kurpark in ein festlich leuchtendes Winterdorf. „Wir verlegen den Markt erstmals in den Kurpark, weil wir hier optimale Bedingungen für Besucher, Aussteller und die Sicherheit bieten“, erläutert Denise Wossmann, die in der Kurstadt für die Veranstaltungen verantwortlich ist.

Im vergangenen Jahr hatte zum Adventsmarkt in der Klosterstraße eine überdimensionale Konzertmuschel vor der Klosterruine viele Diskussionen ausgelöst. Zu groß, zu dominant und zu wenig Wertschätzung für das historische Paradies, wie es aus der Bürgerschaft hieß.

2025 ist nun alles anders. „Uns war wichtig, die Sicherheit unserer Gäste im Blick zu behalten und gleichzeitig Ressourcen sinnvoll zu nutzen. Der Kurpark bietet dafür die ideale Lösung“, so Wossmann. „Der kleine Erdwall und vorgelagerte Parkflächen schaffen natürlichen Schutz, ohne dass die Stadt hohe Summen in zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen investieren muss.“

Foto: Zoller

Wärmende Feuerstellen Mit dem Umzug rund um das Kurhaus eröffnen sich neue Möglichkeiten: Das großzügige Foyer wird für Kunsthandwerker genutzt und liegt nun im Zentrum des Geschehens. Über 40 Stände, überwiegend aus Holz, verteilen sich harmonisch zwischen Kurhaus und Parklandschaft, wo sich Kulinarik, Kunsthandwerk und wärmende Feuerstellen abwechseln. Dabei profitieren nicht nur die Gäste, sondern auch die Aussteller.

„Gastronomische Anbieter können die Küchen- und Spülmöglichkeiten im Kurhaus nutzen, während Kunsthandwerker ihre Waren sicher einlagern können, statt sie jeden Abend ein- und auszuräumen“, erläutert Wossmann.

Neue Anbieter Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die Aussteller an den beiden Adventswochenenden wechseln: „Nicht alle können an beiden Terminen teilnehmen – dadurch erhalten neue Anbieter die Chance, dazuzukommen, wenn sie an einem der Wochenenden anderweitig gebunden sind.“

Beleuchteter Park

Die Gäste wiederum können den Adventsmarkt sowohl draußen im Kurpark als auch im Kurhaus-Foyer drinnen im Warmen erleben: In der Nordterrasse des Kurhauses entsteht ein kleines „Kulinarisches Dorf“ mit Sitzmöglichkeiten. „Man kann wunderbar zwischen einem mystischen Abendspaziergang durch den beleuchteten Park und einer Feuerzangenbowle im Weihnachtsdorf wechseln“, beschreibt Wossmann die neue Atmosphäre. Die Wegeführung ist kompakt, übersichtlich und lädt zum entspannten Verweilen ein.

Synergie Ein besonderer Mehrwert ergibt sich aus der Nähe zum „Albleuchten“, jener stimmungsvollen, allabendlich illuminierten Uferpromenade im Kurpark. Beide Formate greifen nun direkt ineinander. „Für mich ist das eine Bereicherung für beide Konzepte“, sagt Wossmann. „Viele Gäste freuen sich schon jetzt darauf, den Park in wechselnden Farben zu erleben und anschließend den Adventsmarkt zu genießen.“

Neu denken

Besonders wichtig ist ihr, den langjährigen Veranstaltungsort des Adventsmarktes nicht einfach zu ersetzen, sondern neu zu denken: Der Adventsmarkt, der über viele Jahrzehnte rund um Kirche und Klosterruine seinen Platz hatte, rückt in diesem Jahr bewusst aus dem unmittelbaren Fokus, jedoch nicht aus dem Herzen des Geschehens.

Raum der Stille Statt zwischen Ständen und Buden verborgen zu bleiben, wird das historische Paradies nun als eigener Raum der Stille neben dem bunten Treiben im Kurpark inszeniert. Eine stimmungsvolle Illumination, die einen dezenten Bezug zur erfolgreichen Aktion „Colour the World“ herstellt, lenkt den Blick auf das kulturhistorische Kleinod.

Leuchtendes Herz

Zugleich bleibt das Klosterareal ein kultureller Ankerpunkt: „Klassik im Kloster“ gestaltet in der Klosterkirche am zweiten Advent traditionell zwei Konzerte, und auch am dritten Advent gehört sie ganz der Musik. Durch die neue Beleuchtung wird das Paradies in wechselnden Farben atmosphärisch hervorgehoben und erhält damit mehr Sichtbarkeit und Würde als in den Vorjahren. Ein weiteres Highlight ist das große, leuchtende Herz direkt gegenüber dem Paradies. „Das ist eine romantische Fotokulisse für alle, die ‚ihr Herz in Herrenalb verloren haben‘ oder einfach eine stimmungsvolle Erinnerung an die Adventszeit festhalten möchten.“

Vorfreude Die Aussteller begegnen dem neuen Konzept überwiegend mit Neugier und Zuspruch. „Natürlich gab es einzelne Gespräche, in denen wir das Konzept noch einmal erklären mussten, aber insgesamt war die Resonanz positiv“, berichtet Wossmann. Wie die Besucherinnen und Besucher das neue Marktgelände annehmen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen, doch die Vorfreude sei vielerorts zu spüren.

Genug Ideen

Für die Zukunft ist klar: „Dieses Konzept hat Potenzial. Wir wollen es auf jeden Fall weiterentwickeln. Ideen haben wir genug“, betont Wossmann. Auch das Zusammenspiel zwischen „Albleuchten“ und Adventsmarkt soll weiterwachsen.

Was sie sich persönlich für die kommenden Jahre wünscht? „Wenn es mir gelingt, in dieser dunklen Jahreszeit trotz aller aktuellen Herausforderungen den Menschen eine Atmosphäre zu schenken, in der sie für einen Moment ihre Sorgen vergessen können, dann ist das für mich das schönste Lob.“