Höhepunkt für Kinder am Sonntag: der Besuch des Nikolaus beim Adventsmarkt . Ob und wie diese Veranstaltung 2025 über die Bühne geht, beschließt der Gemeinderat am Dienstag. Foto: Roger Müller

Der Zuschuss ist für 2025 noch nicht geregelt. Angesichts der finanziellen Lage stellt der Donaueschinger Gemeinderat den Adventsmarkt an der Quelle auf den Prüfstand.

Mal verwöhnt von freundlichem und vorweihnachtlichem Winterwetter, mal verweht von Regen und Wind: Der Adventsmarkt an der Quelle hat bei seinen drei Auflagen 2022, 2023 und 2024 schon unter den verschiedensten Bedingungen das Publikum ins Donaueschinger Residenzviertel gelockt. Und das, nicht verwunderlich, mit ganz unterschiedlichem finanziellem Erfolg.

 

Auch wenn der Adventsmarkt 2024 mit nur geringem Defizit von 1000 Euro abschloss, steht der vorweihnachtliche Bummeltreff im Residenzviertel bei der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 29. April, ab 18.30 Uhr in den Donauhallen auf dem Prüfstand. Wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, liegt für 2025 keine städtische Zuschussregelung vor. Eine einfache Verlängerung sieht die Verwaltungsvorlage nicht vor.

Zur Diskussion steht, ob es den Adventsmarkt in bisheriger Form an der Quelle gibt oder ob er in abgespeckter Form, möglicherweise mit anderen Betreibern und an anderer Stelle fortgesetzt werden soll. Das würde aber auch die Frage aufwerfen, ob 2025 überhaupt ein Adventsmarkt stattfindet. Oder sollte, angesichts der klammen Finanzlage der Stadt, die Veranstaltung überhaupt aus dem Veranstaltungskalender gestrichen werden.

Kalkulation erarbeitet

Für einen Adventsmarkt wie 2022 bis 2024 hat der Verein City-Management eine Kalkulation erarbeitet, die Sicherheitsaspekte und einen attraktiven, stimmungsvollen Markt gleichermaßen berücksichtigen soll. Unterm Strich würde ein jährliches Defizit in Höhe von etwa 25 000 Euro stehen. Da das City-Management die Veranstaltung nur kostenneutral umsetzen würde, müsste das Defizit über städtische Zuschüsse abgedeckt werden.

Viel los war am Sonntag beim Adventsmarkt an der Quelle 2024. Foto: Roger Müller

Gemäß Kalkulation könnten 15 000 Euro Bauhofleistungen angesetzt werden. Dazu kämen 10 000 Euro als Verlustausgleich. 14 000 Euro sind bereits, wie in den Vorjahren, unter Vorbehalt im Haushalt eingestellt. Die Finanzierung der verbliebenen 11 000 Euro kämen aus dem auf 40 000 Euro gedeckelten Budget der regulären Zuschüsse, die aber nie in voller Höhe abgerufen wurden.

Möglicherweise an einem anderen Standort

Bei diesem Szenario würde das City-Management zunächst für weitere drei Jahre mit der Organisation des Adventsmarkts beauftragt. Für 2026 und 2027 würden jeweils 25 000 Euro in den Haushalt gestellt. Weil der Adventsmarkt unter den gegebenen Bedingungen kaum kostengünstiger machbar wäre, käme allenfalls ein anderes Konzept infrage – möglicherweise an einem anderen Standort und mit einem anderen Betreiber. Das würde aber einen größeren Vorlauf bedeuten. Um die Standbetreiber nicht vor den Kopf zu stoßen, schlägt die Verwaltung vor, den Adventsmarkt 2025 nochmals unter den bekannten Bedingungen – und 25 000 Euro Defizitannahme – auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig würde sich die Verwaltung auf die Suche nach Alternativen machen.

Ein Aussteller verkaufte 2024 aus einer der Hütten. Foto: Roger Müller

Da brächte sich auch das City-Management ein. „Ziel sollte in diesem Fall auch eine gewisse Kontinuität sein, durch welche sich eine solche Veranstaltung über einen längeren Zeitraum hinweg dauerhaft etablieren kann“, heißt es in der Vorlage. Und wenn es einen Adventsmarkt gar nicht mehr geben sollte? Einen Veranstalter, der den Markt komplett auf eigenes Risiko stemmen würde, wäre wohl kaum zu finden.

Es bleibt eine Abwägungssache. Zum einen hat der Adventsmarkt laut Verwaltung als Veranstaltung der Bürger eine gewisse Imagewirkung in der Region entwickelt, zum anderen sei er für den Einzelhandel vor Ort gemäß der Resonanz kein ganz besonderer Faktor.

Kassenlage

Defizit
Der Weihnachtsmarkt auf dem Hanselbrunnenplatz hat Tradition. Turbulenzen kamen auf, als sich die Kultur- und Hobbyvereinigung Donaueschingen 2016 als Veranstalter zurückzog und kurzfristig die Agentur Likedifferent übernahm. Wegen eines entstandenen Defizits musste die Reihe 2017 pausieren. Mit Zuschuss- und Verlustausgleichszusagen kehrte die Reihe 2018 und 2019 zurück. Nach der Pandemie-Pause 2020 und 2021 startete er Adventsmarkt an der Quelle mit neuem Konzept und neuem Standort. Bei der Premiere 2022 stand ein finanzieller Erfolg zu Buche. Von den maximal 10 000 Verlustausgleich wurden lediglich 5511,50 Euro abgerufen. 2023 gab es nach Abzug der städtischen Unterstützung von 6000 Euro Bauhofleistungen und 8000 Euro Verlustausgleich ein Defizit in Höhe von 9522,50 Euro. Der Gemeinderat gewährte deshalb einen zusätzlichen Verlustausgleich in Höhe der nicht abgerufenen Mittel des Vorjahres von 4488,50 Euro.