Die traditionelle Adventslesung in Nagold setzt auch in diesem Jahr den Auftakt zur Vorweihnachtszeit – mit Musik, Geschichten und viel Atmosphäre.
Die Adventszeit hat nun offiziell begonnen – zumindest wenn es nach den Besuchern der alten Seminarturnhalle in Nagold geht. Denn „die traditionelle Adventslesung läutet jedes Jahr die Adventszeit ein“, erklärt Connie Hildebrandt-Büchler zum Auftakt der Traditionslesung des Arbeitskreises Kultur.
Das Vokalensemble „Inspiration“, unter der Leitung von Peter Eisele, übernimmt die musikalische Begleitung des Abends. Insgesamt zehn Musiker betreten pünktlich zu Beginn der Veranstaltung die Bühne: Fast wie farblich aufeinander abgestimmt passt ihre schwarze Kleidung und die roten Halstücher und Krawatten zur Dekoration der festlich geschmückten Halle.
Anschließend tritt Connie Hildebrandt-Büchler, die Organisatorin der Lesung, auf die Bühne. Die Organisation der Lesungen werde in Zukunft dezentralisiert, verkündet sie. Das bedeutet, dass sich die Leser künftig mit der Koordinierung der einzelnen Lesungen abwechseln.
Dann bittet sie die erste Leserin nach vorne: Silvia Katz. Als „Spezialistin für das Schwäbische“ startet sie die Lesung mit einer schwäbischen Version eines Gedichts von Rainer Maria Rilke. Neben ihr lesen an diesem Abend Nanni Fingerhut, Tilman Zutavern und Connie Hildebrandt-Büchler selbstgewählte Geschichten.
Der Weihnachtsmann muss 90 Millionen Haushalte anfliegen
Anschließend übergibt sie an Zutavern, der zunächst eine physikalische Betrachtung über die Existenz des Weihnachtsmannes vorliest. Daraus erfahren die Gäste, dass der Weihnachtsmann etwa 90 Millionen Haushalte anfliegen muss. Damit ihm dies gelingt, muss er mit seinem Schlitten die 3000-fache Schallgeschwindigkeit erreichen – und das bei einem Schlittengewicht von etwa 378.000 Tonnen, inklusive Weihnachtsmann und Geschenke. Einige „Ahs“ und „Ohs“, gefolgt von leisem Kichern, gehen beim Vorlesen dieser Informationen durch die Reihen.
Auch Silvia Katz erntet anschließend einige Lacher, als sie ein weiteres schwäbisches Gedicht zum Nikolaus vorträgt – besonders nach der Zeile:„Bloß singa, tanza ond mit vierzig an Ranza.“
Kurz vor der Pause liest Nanni Fingerhut zum ersten Mal an diesem Abend. Sie wählt eine Geschichte, die sie bereits vor acht Jahren bei einer Lesung vorgetragen hatte. „Wer also auch 2017 schon dabei war, kann sich vielleicht erinnern“, scherzt Connie Hildebrandt-Büchler. Warum ihr die Geschichte vom „attraktiven Pfefferkuchenmann“ so im Gedächtnis geblieben ist, wird bei der überraschenden Pointe deutlich. Vor der Pause – und damit vor der Eröffnung des Adventsbuffets – spielt noch einmal das Ensemble.
In der zweiten Hälfte des Abends ging es mit vielen weiteren musikalischen Darbietungen und weihnachtlichen Geschichten weiter. Die Leser sorgten auch nach der Pause für gute Unterhaltung unter den Besuchern – damit kann die Adventszeit offiziell starten.