Die Organistin Brigitte Behringer hat in der evangelischen Kirche in Hausen eine „Abendmusik im Advent“ organisiert. Jedes Jahr sind viele Musiker aus der gesamten Region mit dabei.
Auf die Frage, nach dem Organisationsaufwand hinter der Abendmusik im Advent am vergangenen Sonntag in der evangelischen Kirche Hausen, kam eine verblüffend einfache Antwort von Brigitte Behringer: „Ich hab die Musikerinnen und Musiker angefragt, alle haben zugesagt und ihre eigenen Wunschmelodien eingebracht“. Einfach und genial, alle Akteure waren mit Freude dabei und die Freude kam beim Publikum an, so jedenfalls die vielfältigen Reaktionen von Besuchern. Breit die Bandbreite des musikalischen Abends: Kompositionen von Telemann, Händel und Beethoven standen für Klassik, dazu Ok Ji-eun, Komponistin aus Korea und Folk aus Schweden waren zu hören.
Schon zum 15. Mal gibt es den Anlass und mittlerweile reicht der Platz in der Kirche fast nicht aus. Ein anderer Ort ist nur schwer vorstellbar, denn die Dorfkirche, wohl gepflegt, schön ausgestaltet und charmant gibt genau den richtigen Rahmen.
Den Startpunkt des Konzertes setzte der Ehemann der Organisatorin. Bescheiden, humorvoll, authentisch wies er auf die Konzertpalette hin: „Von Straßburg bis Adelsberg sind Menschen dabei, die uns Musik näher bringen“. Verschmitzt sein Hinweis auf die Aftershowparty im nächst liegenden Gasthaus.
Start- und Schlusspunkt der Musik setzten die Familie Kaiser. Philipp und Thomas Kasier mit ihren Trompeten, dazu Brigitte Behringer an der Orgel, begannen festlich mit Trumpet Tune und legten royal den „Prince of Denmark auf“. Auch der Schluss gehörte wieder der Organistin und den Kaisers, die Edoardo dazu fügten. Damit waren Großvater, Sohn und Enkel gemeinsam zu hören. Die Zuhörer spendeten viel Applaus für die Dreigenerationenmusiker, die mit dem Vortrag „Tochter Zion“ zum Mitsingen der Gäste einluden.
Die voluminöse Baritonstimme von Alain Notre in der Begleitung von Dmitri Antonovich am Klavier überzeugte. Beide interpretierten „Ridonami la Calma“ ausdrucksvoll und behutsam zugleich und ließen in „Venise“ den Charme Venedigs musikalisch nach Hausen bringen. Begonnen hatten sie mit der schmeichelnden französischen Melodie „Le Croedo Du Paysan“. Noch einmal inbrünstig und nachhaltig zugleich der Vortrag „Bitten“
Brigitte Stark und Therese Bauer mit ihren Flöten, dazu Brigitte Behringer am Klavier verzauberten in „Grave und Vivace“ und machten in „Süße Stille“ Ruhe greifbar. „Cunando und Vivace“ Lebhaftigkeit in Musik untergebracht drang an die Ohren der Gäste.
Die Freiheit des Norden hallte mit der Violine von Aaron Hohenfeld und der Gitarre von Markus Andreas Koch mit drei schwedischen Folks wirkungsvoll ins Wiesental.
Chiara Ganio und ihr Sohn Edoardo Kaiser brachten zusammen mit Steffi Giller das „Gebet Vaterunser“ in „The Lords’s Prayer“ als musikalische Bitte mit Hingabe und viel Gefühl vorgetragen zu den Menschen. „Carol Fantasie für 7“ das Werk für sieben Instrumente vorgetragen von den Dreien erntete viel Applaus und Anerkennung des Publikums.
Am Schluss gab es ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden von Rebekka Tetzlaff, Diakonin in der Evangelischen Kirchengemeinde Hausen. Ihre Ansage danach weckt Erwartungen: „Im nächsten Jahr gibt es am dritten Advent eine Neuauflage“.