Evelyn Holtschlag öffnet die Haustüre Nummer 18/4 in Alt-Weil. Die Erzieherin bastelt gerne und hat eine Hand für Dekorationen.
Evelyn Holtschlag öffnet die Haustüre Nummer 18/4 in Alt-Weil. Auf dem Weg zur Haustür gibt es viel zu sehen. Die Erzieherin hat nicht nur im Berufsalltag Freude am Gestalten und Dekorieren, auch zu Hause ist dies ein wichtiger und schöner Aspekt – vor allem in der Vorweihnachtszeit.
„Früher dachte ich, wenn unsere Kinder aus dem Haus sind, habe ich mehr Zeit für solche Dinge“, so Evelyn Holtschlag, die bald gemerkt hat, dass sich dies nur als Illusion herausgestellt hat und sich einfach vieles nur verschoben hat. Nun hegt sie Hoffnung, dass sie als Rentnerin eines Tages mehr Zeit für all die schönen Dinge haben wird. Wenn der Alltag es erlaubt, genießt sie das Dekorieren und die Vorbereitung auf Weihnachten besonders: „Beim Basteln, Gestalten und Schmücken finde ich zu mir selbst – das ist meine ganz persönliche Zeit, in der ich abschalten und Kraft schöpfen kann“.
In diesem Jahr haben sie und ihre Tochter bei der Gärtnerei Hügel in Rümmingen jeweils einen Adventskranz gebunden. Im Dezember gibt es in der Familie noch weitere schöne Anlässe wie Geburtstage am 7. und am 17. Dezember. Einen größeren Weihnachtsmarktbesuch nimmt sie sich auch schon länger vor, aber: „Eigentlich ist mir das einfach oft zu trubelig“.
Essen an Heiligabend
Ein festes Ritual ist das gemeinsame Essen an Heiligabend bei Familie Holtschlag zuhause. Jeder steuert etwas bei wie selbst gemachte Spätzli oder ein Dessert. „Ich kümmere mich mit meinem Mann Wolfgang um das Fleisch, Rotkraut und den Nüsslisalat mit allem, was dazugehört“. So entsteht ein vielseitiges und festliches Menü, bei dem jeder der Familie seinen Beitrag leistet. „Unser Kreis bestand an Heiligabend aus meinen Eltern, den Schwiegereltern, meiner Schwester mit ihrer Familie und unseren drei Kindern“. In dieser großen Gruppe, als auch die Kinder noch klein waren, haben sie sich beim Feiern abgewechselt: „Es war und ist heute noch eine große, fröhliche Runde, was ich sehr genieße“, meint Evelyn Holtschlag.
Der Weihnachtsbaum
Der Weihnachtsbaum wird traditionell an Heiligabend oder kurz davor geschmückt. „Eigentlich nehme ich mir jedes Jahr vor, ihn früher zu dekorieren – doch bislang ist es nie dazu gekommen“. Das Schmücken übernehmen meist ihre zwei Mädchen, die sich vorher absprechen und gemeinsam aus den Farben Rot, Silber, Gold, Weiß oder Natur die passende Kombination auswählen. „Als die Kinder noch klein waren, hing natürlich auch viel Selbstgebasteltes am Baum“.
Ein fester Teil ihres Weihnachtsfestes ist auch die Katze Coco, die es liebt, sich unter dem Baum auszubreiten – ihr ganz persönlicher Lieblingsplatz in der Weihnachtszeit.
Würfelspiel
Seit einigen Jahren gibt es bei Familie Holtschlag nach der Bescherung noch ein Würfelspiel. Jeder bringt ein kleines Geschenk im Wert von etwa fünf Euro mit, das meist in Zeitungspapier eingewickelt ist. Eine gewürfelte Eins oder Sechs erlaubt das Auspacken, eine Drei oder Vier gibt das Geschenk nach links oder rechts weiter. Sind alle Päckchen ausgepackt, kann bei einer gewürfelten Eins oder Sechs getauscht werden – dies alles in einer vorgegebenen Zeit. „Dieses Spiel bereitet uns allen große Freude und es gehört mittlerweile einfach zu unserem Fest dazu“, freut sich Evelyn Holtschlag.
Wertschätzung
Das erste Weihnachtsfest nach dem Auszug ihrer zwei älteren der drei Kinder und auch der Verlust einiger Familienmitglieder der Elterngeneration im Laufe der Jahre fiel ihr nicht leicht – auch wenn sie an Heiligabend gemeinsam gefeiert haben. Inzwischen hat sie sich daran gewöhnt und es erfüllt sie mit Freude, dass die Kinder nach wie vor gerne nach Hause kommen. „Das empfinde ich als großes Zeichen der Wertschätzung und bedeutet mir sehr viel“.
Heiligabend ist und bleibt der Höhepunkt ihres Weihnachtsfestes. „Der wahre Geist von Weihnachten ist für mich Familie, Zusammensein und das Miteinander“, sagt Evelyn Holtschlag voller Vorfreude.