Max Hirt, Ehrenbürger der Gemeinde Brigachtal und Ehrenvorsitzender des Seniorenvereins „Füreinander“, ist stolz auf die Krippenlandschaft mit sieben Stationen, die eine dauerhafte Heimat in den Räumen im Werk- und Vereinshaus gefunden hat.
Im Werk- und Vereinshaus in Brigachtal kann die Krippenlandschaft an jedem Adventssonntag, am zweiten Weihnachtsfeiertag, an Neujahr, am Samstag, 6. Januar, und am Sonntag, 7. Januar, immer um 14, 15 und 16 Uhr besichtigt werden.
Es ist aber auch möglich, zusätzliche Termine ganzjährig bei Max Hirt, Telefon 07721/ 2 16 77, Elmar Machnikowski, Telefon 07721/2 24 65, oder Reinhard Poschmann, Telefon 07721/2 73 25, zu vereinbaren – gerne auch von Gruppen.
Bei einer Führung blickt Max Hirt auf die Entstehung, von der Idee bis zur Fertigstellung, zurück. Die Künstlerin Gisela Kalla hatte die unendlich vielen Figuren der Krippenlandschaft bis ins Detail aus Ton geschaffen und gebrannt und sie nach und nach Lotte Nesselhauf geschenkt.
Der Pfarrgemeinderat winkte ab
Dort erblickte sie Max Hirt. Die Figuren waren auf einer liegenden Tür aufgestellt und in ihm keimte die Idee, eine Krippenlandschaft zu bauen. Der Pfarrgemeinderat winkte ab, er habe keinen Platz für weitere Krippen, und Lotte Nesselhauf wollte sie Hirt nicht geben: „Erst nach meinem Tod“, erklärte sie ihm.
In langen Gesprächen überzeugte Hirt sie, dass er ohne die Figuren keine Krippen bauen könne, bis sie nachgab und ihm die Figuren überließ. „Insgesamt waren wir sechs Personen vom Verein, die den Krippenbau starteten, später kam noch ein Elektroniker dazu. Und auch der Künstler Jonas Fehlinger half zum Schluss mit Gemälden an der Wand hinter der Krippenlandschaft“, erklärt Hirt.
Kisten als Grundstein gebaut
„Zuerst bauten wir Kisten als Grundstein. Ernst Mehlfeld verputzte sie. Dann wurden die einzelnen Stationen gebaut, die wir in drei Jahren hintereinander in den Pfarrsaal der katholischen Kirche schleppten“, so Hirt. „Inzwischen hatten wir es alle im Kreuz und konnten die schweren Stationen und die vielen Figuren nicht mehr hin- und herschleppen, also entschlossen wir uns, sie zu einer Dauerausstellung im Werk- und Vereinshaus umzubauen“, berichtet er weiter.
Hirt marschierte zur Künstlerin und bat sie, noch mehr Figuren, aber auch kleine Tiere zu schaffen, während er selbst unermüdlich an der originalgetreuen orientalischen Landschaft mit Häusern, Tempeln und Szenen baute.
Insgesamt 14 Lautsprecher wurden verbaut
Licht und Ton kamen zu den Stationen dazu, Leiterplatten und insgesamt 14 Lautsprecher wurden verbaut. An jeder Station ertönen biblische Texte von einer Frauenstimme gesprochen, auch eine Männerstimme ertönt am Haus von Maria und Josef, wo der junge Jesus bei körperlicher Arbeit dargestellt wurde. „Das gab es nicht in der Bibel, das war unsere eigene Idee“, so Hirt. An jeder Station können per Knopfdruck verschiedene Gruppen angeleuchtet werden, ergänzt er.
2000 Stunden wurde in zwei Jahren gearbeitet
Auf die Frage, wie viel ehrenamtliche Arbeitsstunden von ihm und seinen Helfern geleistet wurden, meint er: „Mehr als 2000 Stunden in zwei Jahren“. Die Kosten insgesamt beliefen sich auf mehr als 6000 Euro.
„Wir haben schon viel Lob und Dank für die Einmaligkeit der Figuren, der Landschaft und der technischen Ausstattung erhalten“, betont Hirt und dankt dem Vorstand, der sich voll hinter ihn gestellt hatte.
„Wir verlangen keinen Eintritt, sondern bitten nur um Spenden, so können wir nach und nach wieder das Loch in der Haushaltskasse des Seniorenvereins stopfen“, freut sich Max Hirt.
An der letzten Station kommt der Betrachter nicht mehr aus dem Staunen heraus: Zu dem Gesang „Macht hoch die Tür“ öffnet sich langsam das „Tor zum Glauben“ – und innen steht Jesus, nicht in braunem Ton, sondern ganz in weiß und von Licht angestrahlt, das ist ein Meisterwerk.