Der Chor begeistert mit mitreißenden Liedern. Foto: Lauble

Bereits zum vierten Mal macht das „Adonia"-Projekt im Oberndorfer Teilort Station. Und einmal mehr begeistern 70 junge Menschen mit Gesang und Tanz zum biblischen Themen.

Man kann es erst dann begreifen, wenn man es miterlebt hat, was ein Projektchor und eine Live-Band nach nur zwei Tagen intensiver Vorbereitung im Camp auf die Beine stellen kann. 90 Minuten und 13 Lieder lang, auswendig und mit einer ansteckenden Begeisterung, sangen sich die Chormitglieder in die Herzen der Zuhörer.

 

Am Wochenende zuvor hatten sich die Jugendlichen getroffen und das Musical „Mose – Gerettet und befreit“ einstudiert. Nur die Hauptrollen, in diesem Fall „Mose“ und Miriam, waren von vorneherein besetzt, alles andere musste erarbeitet werden.

Die Hauptdarsteller: Aaron, Mose und Mirjam Foto: Lauble

Der Beginn war spektakulär, die Zuschauer in der Beffendorfer Turn- und Festhalle bekamen Gänsehaut: Als Sklaven, angekettet und gebeugt, im Gleichschritt und angetrieben von schreienden Aufsehern, zogen die Sänger auf die Bühne. Das Volk Gottes hatte im alten Ägypten nämlich nichts zu lachen. Es lebte unter der Knechtschaft des Pharaos. Miriam und Aaron, die Geschwister von Mose, beklagen, dass ihr Bruder seit vierzig Jahren weg sei.

Lebhafte Choreografien

Am brennenden Dornbusch erhält Moses den Auftrag von Gott, als Fürsprecher für sein Volk beim Pharao die Freilassung zu fordern. Erst langsam lassen sich Verzweiflung und Resignation der Versklavten durch das wundersame Eingreifen Gottes mildern, und vorsichtige Hoffnung macht sich breit.

Die Darsteller auf der Bühne zogen die Zuschauer mit mitreißenden Liedern und intensiven Spiel in den Bann. Lebhafte Choreografien unterstützen die Liedtexte. Die Band begeisterten mit ihrem einzigartigen Sound und die herausragenden Solisten mit ihren wunderbaren Stimmen. Sehr einfallsreich war auch die Inszenierung.

Ein kniender Sklave wird zum Herrschersitz, Vollgummibälle als hüpfende Frösche, der brennende Dornbusch dargestellt mit Hilfe von Schwarzlicht. Die blutbestrichenen Türrahmen werden mit wenigen Handgriffen zu einem Kreuz, das lange rote Tuch, das zwei Tänzerinnen aneinander fesselte, entwirrt sich und wird auf dem Kreuzesbalken abgelegt.

Begeistertes Publikum

Die Sklaverei ist zu Ende, das Volk hat verstanden, „Endlich sind wir frei“. Moses streckt seine Hand aus, und das Meer teilt sich. Die Israeliten zogen trockenen Fußes durch das Rote Meer, während das ägyptische Heer, das ihnen folgte, in den Fluten ertrank. Mit der Adonia-Hymne „Herr, erbarme dich über unser Land“ verabschiedeten sich die Akteure von ihrem begeisterten Publikum.