Mit einem neuen Konzept möchte die „Adlerstube“ in Dornhan-Bettenhausen die Einkehr trotz stetiger Preissteigerungen für Gäste bezahlbar machen. Eine wesentliche Rolle spielen dabei Maultaschen mit verschiedenen raffinierten Füllungen. Die „Herrgotts-Bscheisserle“ sollen zu etwas Besonderem werden.
Seit dem 1. Januar ist der Mehrwertsteuersatz auf Speisen in Restaurants wieder von sieben auf 19 Prozent angehoben worden. Der Steuersatz wurde während der Corona-Pandemie ermäßigt, um einen Anreiz zu schaffen, sich Essen nach Hause zu bestellen. Nun müssen die Gäste wieder mit höheren Preisen rechnen.
Bereits die gestiegenen Energiekosten, starke Preiserhöhungen beim Einkauf von Lebensmitteln und nicht zuletzt die Problematik überhaupt Personal zu bekommen, stellen die Betriebe vor große Herausforderungen und führten teilweise zur Schließungen.
Fokus auf Regionalität
„Essen gehen wird zum Luxus“, formuliert es Inhaber und Koch Tobias Pfau von der „Adlerstube“. Pfau geht davon aus, dass die Lebensmittel durch die Demonstrationen der Bauern in der nächsten Zeit im Preis noch mehr steigen werden. Hinzu käme die Mautabgabe für Fahrzeuge ab dreieinhalb Tonnen und die CO2-Steuer. Es sei deshalb nur eine Frage der Zeit, wie lange ein ordentliches Stück Fleisch in Zukunft noch bezahlbar bleiben wird.
Dem müsse man entgegenwirken, in dem die verarbeiteten Produkte nicht davon tangiert sind. Pfau setzt deshalb auf die Regionalität und ist überzeugt davon, dass hier in der Region sehr gute Produkte produziert werden. Aus einem guten Produkt könne er auch ein ordentliches Essen anbieten.
Im Juli 2017 eröffnete Tobias Pfau die „Adlerstube“ und erfüllte sich damals einen Kindheitstraum. Ursprünglich als Vesperstube angedacht, erweiterte Pfau auf die Bitten seiner Gäste nach und nach sein Speiseangebot.
Corona hat Nachwirkungen
Vor der Corona-Pandemie war das Lokal immer sehr gut belegt und man sei „mit Schaffen kaum hinterher gekommen“. Die Pandemie habe aber sehr viel mehr kaputt gemacht als gedacht. Der Rostbraten war eines der gefragtesten Speisen, wurde aber aufgrund der Preiserhöhungen zum „kurz mal was essen gehen“ einfach zu teuer. Dies könne sich mancher zumindest nicht mehr oft leisten.
Damit es für ihre Gäste noch erschwinglich bleibt, hat Tobias Pfau sich mit seiner Ehefrau Tanja ein neues Konzept überlegt. Man müsse das Beste aus all den Preissteigerungen machen, sich spezialisieren und sich abheben um damit die Gäste anzulocken, so die Ansicht der Wirtin.
In der „Adlerstube“ werde deshalb zukünftig auf die Maultasche in verschiedenen Variationen als „schwäbisches Nationalgericht“ mit frischem Kartoffelsalat gesetzt. Das Schnitzel und der Wurstsalat bleiben auf jeden Fall auf der Speisekarte. Hinzu kommen weiße Bratwürste mit Kartoffelsalat. Sonntags wird es auch weiterhin ein wechselndes Tagesessen geben und für Familienfeiern Menüs nach Wunsch zubereitet. Speziell wurde eine Karte mit verschiedenen Füllungen für Maultaschen entwickelt und dabei viel experimentiert, berichtet das Paar.
Viele Varianten
Er habe viele probiert, aber die selbst gemachten Maultaschen frisch aus dem „Hafen“ schmecken halt doch am besten, so Pfau. Neben der klassischen Hackfleischfüllung gibt es Gemüsemaultaschen, Maultaschen mit Frischkäse- oder einer Pizzafleischkäsefüllung und vieles andere mehr.
Um die Gaumenfreuden abzurunden wird es sogar eine süße Maultasche mit einer Apfel-/Calvadosfüllung zum Nachtisch geben.
Die „Herrgotts-Bscheisserle“ sollen zu etwas Besonderem werden. Geplant sei in diesem Jahr auch ein Maultaschenfest, freuen sich die Wirtsleute, die allerlei auch in ihrem „Maultaschen-Häuschen“ neben dem Biergarten anbieten.