Wenn Erwin Staiger nach der Kommunalwahl aus dem Hausener Rathaus auszieht, soll es endgültig sein. Foto: Rapthel-Kieser

Seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik hat der Hausener Ortsvorsteher Erwin Staiger schon schon einmal verkündet – und sich dann wieder breit schlagen lassen. Diesmal soll das Aus endgültig sein.

„Wir suchen gerade nach Leuten für unsere Ortschaftsratsliste“, sagt der 75-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion und mit Blick auf die Kommunalwahlen am 9. Juni diesen Jahres. Und er bekräftigt: „Ich höre mit der Kommunalpolitik ganz auf, ich trete auch als Ortschaftsrat nicht mehr an. Das wäre auch nicht gut, wenn ich dann weiter als Rat im Gremium sitze.“

 

Staiger ahnt dass, wäre er wohl erst in den Ortschaftsrat gewählt, die Hausener ihn wieder zum Rathauschef machen wollen – so wie nach der letzten Kommunalwahl. Aber diesmal soll der Rückzug des langgedienten Kommunalpolitikers und ausgebildeten Bankkaufmanns endgültig sein.

Er hofft wohl, dass seine Stellvertreterin, die Bio-Bäuerin Annette Riehle, seine Nachfolge antritt und Ortsvorsteherin wird. Die Mutter und Großmutter kennt die Hausener Belange sehr gut, blickt ebenfalls auf viele Jahre in der Kommunalpolitik zurück. Außerdem sitzt sie für die CDU-Fraktion auch im Gemeinderat der Stadt Burladingen.

Vier Jahrzehnte in der Kommunalpolitik

Wenn Staiger nach der nächsten Kommunalwahl aufhört, dann war er 40 Jahre im Ortschaftsrat von Hausen, seit 2013 sogar Ortsvorsteher seiner Gemeinde. Dazu kamen die ganzen Ehrenämter, die der gebürtige Nusplinger Staiger inne hatte und noch hat. So etwa den Vorsitz des Gesangvereins, als Schatzmeister des Chorverbandes, als Ratsvorsitzender des Caritasverbandes und Mitglied der Heimatfreunde seines Ortes. Seine Frau Ursula, die ebenfalls aus Nusplingen stammt, hat ihn dabei immer unterstützt.

Staigers Expertise war immer gesucht, denn mit Zahlen umgehen, das hat der einstige Bankkaufmann ja von der Pike auf gelernt.

Die Anmeldungen für das jeweilige Haushaltsjahr für seinen Teilort lenkte er mit Geschick und immer gelang es ihm, aus schmalem Budget das Beste zu machen und den Bestand im Dorf, wie Schule, Hallenbad und Turnhalle in möglichster Bestform zu erhalten. Im dem Rathausgebäude in Hausen verbindet ihn zudem eine ganz besondere Geschichte. Denn einst war das Gebäude direkt neben der Kirche das Pfarrhaus gewesen.

Im Rathaus einst gewohnt

Dann kaufte es jene Bank, für die Staiger als Vorstandsmitglied arbeitete. Seine Dienstwohnung war im Obergeschoss, die Filialstelle in den unteren Räumen. Über 30 Jahre hat Ursula Staiger die Filiale der Bank in diesem Gebäude betreut. Erst 2009, nach 35 Jahren, zogen die beiden in ihr Eigenheim im Douglasienweg. Er sei mit dem Rathausgebäude quasi verwachsen, hat Erwin Staiger in einem früheren Gespräch einmal eingeräumt.

Nach der Kommunalwahl will das Ehepaar nach vielen Jahren Ehrenamt aber unbelastet den Ruhestand genießen, sich den Kindern und Enkeln widmen. Staiger ist passionierter Hobby-Schreiner, macht auch schon mal das eine oder andere Möbelstück. Und die Staigers reisen gern. Sie waren schon in China, Indien, Vietnam, in Russland, Island und der Karibik. Damit kann es die Kommunalpolitik kaum aufnehmen.