Alexander Weber ist als ADAC-Pannenhelfer mit einem Pedelec im Freiburger Stadtgebiet unterwegs. Foto: Alexander Blessing

Alexander Weber ist als ADAC-Pannenhelfer unterwegs. Seine Einsätze im Freiburger Stadtgebiet erledigt er mit einem Pedelec samt Anhänger. Mit seinem Gespann repariert er in erster Linie Autos – Fahrrädern kann er aber auch Abhilfe leisten.

Es ist 9.30 Uhr am Donnerstagmorgen. Vor dem Predigertor erwarten wir die Ankunft von Alexander Weber. Er ist als ADAC-Pannenhelfer mit seinem Gespann aus Fahrrad und Anhänger im Freiburger Stadtgebiet unterwegs. Es dauert nicht lange, bis er um die Ecke fährt und unsere Begleitfahrt losgehen kann.

 

Nachdem er kurz seinen Anhänger zeigt, der 70 Kilogramm schwer ist und in dem so ziemlich alles verstaut ist, was man für einen Einsatz als Pannenhelfer braucht, geht es auch schon los. Weber bekommt den ersten Auftrag rein. Es geht zu einem Auto in der Oberau, bei dem Aktivisten die Luft aus den Reifen gelassen haben. Es soll nicht der letzte Einsatz dieser Art an diesem Tag bleiben. Für den ADAC-Mitarbeiter nichts Neues: „Sie stecken eine Linse ins Ventil. Dann kann die Luft ganz langsam aus dem Reifen entweichen“, erklärt er. Was für ihn einen routinierten Eingriff bedeutet, ist für die Kunden ärgerlich und gefährlich.

Fahrrad wird oft belächelt

Am wir am ersten Auto ankommen, hat der Pannenhelfer den Übeltäter, in diesem Fall eine kleine Linse, schnell entdeckt und macht sich an die Arbeit. Über den Motor des Autos wird ein kleiner Kompressor betrieben, der in den platten Reifen wieder Luft hineinpumpt.

Alexander Weber macht den Reifen wieder fit. Foto: Alexander Blessing

„Mit meiner Ausstattung kann ich ungefähr 90 Prozent der Probleme lösen“, erklärt Weber. Lediglich das Wechseln einer Autobatterie, der Reifenwechsel bei großen Autos oder Lkw oder das Auftanken der Autos sei nicht möglich. Dennoch wird er mit seinem Gefährt noch regelmäßig unterschätzt.

Auch Fahrrädern kann geholfen werden

„Die Menschen denken, nur weil ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, kann ich nicht bei einem Auto Pannenhilfe leisten“, schmunzelt Weber. Umso mehr Freude bereite es ihm, die Kunden vom Gegenteil zu überzeugen. Fahrräder können er und seine Kollegen inzwischen dank einer Schulung auch reparieren, diese Einsätze seien aber eher die Seltenheit, vor allem im Freiburger Stadtgebiet, wo die nächste Fahrradwerkstatt nicht weit weg ist.

Alexander Weber und sein Pannenhilfe-Gespann Foto: Alexander Blessing

Die Arbeit auf seinem Pedelec macht dem 46-Jährigen sichtlich Spaß. Man kommt raus, ist viel unterwegs und man hat das direkte Feedback der Menschen. „Man muss auch sensibel sein und auf die Menschen zugehen und sie beruhigen, bevor man sich ans Werk macht“, zeigt der Kfz-Mechaniker auf. Genau das mache für ihn den Reiz an diesem Job aus. Er ist seit elf Jahren beim ADAC und seit etwa zwei Jahren auch mit dem Rad unterwegs.

„Am Anfang bin ich bei Wind und Wetter mit dem Rad unterwegs gewesen“, erklärt Weber. Mittlerweile nimmt er bei Regen oder kalten Temperaturen wieder das Auto. Seine Disponenten müssten wissen, wie er unterwegs ist, um ihn dementsprechend einzusetzen. Ansonsten schafft er mit dem Rad genau so viele Einsätze wie mit dem Auto.

Bis zu 100 Kilometer am Tag

Er legt an einem Tag mit seinem Gespann je nach Auftragsaufkommen zwischen 70 und 100 Kilometer zurück. „Ich bin auch mal zu einem Einsatz nach Bad Krozingen mit meinem Rad gefahren. An Tagen, an denen nicht so viel los ist, geht das“, sagt Weber. Er ist derzeit der einzige Kollege in Freiburg, der auch mit dem Fahrrad Pannenhilfe leistet.

Wir haben inzwischen den zweiten platten Reifen wieder fit gemacht und machen uns gemeinsam auf nach Haslach. Dort wartet ein alter Fiat 500, der nicht mehr anspringt. Nach einem kurzen Blick in den Motor stellt Weber fest: „Da kann ich nichts machen, da fehlt der Verteilerfinger“, erklärt er der Kundin. Das ist also einer dieser Zehn-Prozent-Fälle, bei denen er machtlos ist.

Diesem Fiat 500 konnte Weber vor Ort nicht helfen. Foto: Alexander Blessing

Der Auftrag wird an den Abschlepper weitergegeben, und wir machen uns weiter auf den Weg ins etwa fünf Kilometer entfernte Herdern. Dank seines Pedelecs, das mit zwei Akkus ausgestattet ist, ist das kein Problem. „Bisher wurde es nur einmal sehr knapp. Da war ich in Breisach und bin mit nur noch einen Kilometer Restreichweite in Freiburg angekommen“, blickt Weber zurück. Da habe er sogar zwischenzeitig den Akku ausgeschaltet, um ans Ziel zu kommen.

Viele platte Reifen

In Herdern angekommen, gilt es auch dort, einen platten Reifen eines Geländewagens wieder aufzupumpen. Da das Auto dort schon etwas länger steht, gibt er mit etwas Kraftstoff Starthilfe. Der Rest ist wieder Routine und der Reifen schnell aufgepumpt. Für uns endet dort die Begleitfahrt.

Bei der Begleitung unserer Redaktion am Vormittag sind – in etwas mehr als zwei Stunden – etwa 21 Kilometer zusammengekommen. Für Alexander Weber sollen auch an diesem Tag mindestens 50 weitere Kilometer und zahlreiche platte Reifen dazukommen.