Ein Straßenhund liegt vor einem Geschäft in einem Hof. Werden solche Tiere gezielt von Betrüger missbraucht? Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Rettung von Straßenhunden aus dem Ausland ist beliebt – auch im Kreis Rottweil. Aber Achtung: Betrüger haben ihre Finger im Spiel. Die Polizei gibt Tipps zur Prävention.

„Verspielte Hündin sucht ein Zuhause“ oder „Husky sucht liebevolle Begleiter zum Altwerden“ und dazu ein Bild eines treu schauenden Vierbeiners – solche Anzeigen kursieren in einer Vielzahl im Internet und wecken auch das Interesse von Bürgern im Kreis Rottweil. Doch nicht alle Anzeigen sind seriös.

 

Manche sehen in der steigenden Beliebtheit, Straßenhunde aus dem Ausland zu retten, offenbar ein lukratives Geschäft. Die Betrüger zu schnappen sei aber meist gar nicht so einfach, erläutert Daniel Brill von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Konstanz, das auch für den Landkreis Rottweil zuständig ist.

Besonders über die Corona-Pandemie sei die Nachfrage nach Hunden sehr groß gewesen. Und damit sei auch das „Phänomen stärker aufgetaucht“, so Brill. Dabei würden die Betrüger illegal Hunde, darunter oft auch Welpen, von ausländischen Hinterhof-Züchtern nach Deutschland bringen, um dort Profit zu machen.

„Oft werden Taten erst im Nachhinein bekannt“

Solche Fälle gebe es überall, berichtet der Pressesprecher. Zwar sei in den vergangenen zwei Jahren im Kreis Rottweil bei der Polizei kein solcher Fall bekannt geworden, das bedeute aber nicht, dass es keinen gegeben habe. „Oft werden die Taten erst im Nachhinein bekannt, und die Täter sind nicht mehr in Deutschland.“

Die Zuständigkeit liegt auf polizeilicher Seite bei der „Zentralen Ermittlung – Gewerbe und Umwelt“, heißt es von Seiten des Polizeipräsidiums. Allerdings sei in erster Linie das örtliche Veterinäramt für das Wohl der Tiere und den Bereich Handel mit Tieren aus dem Ausland zuständig.

Herkunft sollte genau erfragt werden

Bei Hinweisen auf eine Straftat werde trotzdem die Polizei informiert. Sie versuche dann, die handelnden Personen zu identifizieren, und beschlagnahme die Tiere, erklärt Brill. „Die Hunde werden in aller Regel im Tierheim oder bei Pflegestellen untergebracht, bis sie von dort aus weitervermittelt werden können.“

Doch wie können Interessierte herausfinden, ob die Anzeige des goldigen Tiers nur eine Betrugsmasche ist? Generell sollte die Herkunft genau erfragt und auch nachgewiesen werden. „Unterlagen zu den Tieren – Heimtierausweise, Dokumentation der Impfungen und so weiter – sollten genau überprüft werden“, rät die Polizei.

Inländische Besitzer oder Tierheime „bessere Wahl“

Die Einfuhr von Hunden aus dem Ausland müsse beim Veterinäramt gemeldet werden. Dort können die Einfuhrdokumente geprüft werden.

„Der Kauf eines Hundes von einem inländischen Besitzer oder Züchter mit Nachweisen über die Elterntiere oder aus dem inländischen Tierheim ist generell die bessere Wahl. Wenn die Möglichkeit besteht, den Wurf bei der Mutter anzuschauen, kann man von einem seriösen Anbieter ausgehen. Bei Welpen aus einem illegalen Handel ist dies nicht möglich“, erklärt der Polizeisprecher.

Auch seriöse Tierschutzorganisationen

Es gebe durchaus auch seriöse Tierschutzorganisationen, die notleidende Tiere nach Deutschland bringen. „Allerdings ist auch bei solchen Organisationen Vorsicht geboten. Auch hier steht das Geschäft mit den Tieren meist im Vordergrund. Das Einholen von Informationen bei Veterinärämtern, lokalen Tierheimen oder Tierschutzvereinen ist zwingend anzuraten.“