Der VfB leistet sich gegen den cool und abgezockt aufspielenden FC Porto zu viele Fehler. Will man im Rückspiel noch eine Chance haben, müssen sich viele Akteure deutlich steigern.
Am Ende jubelten im weiten Stadionrund allein die Super-Dragões, die blau-weiß gekleideten Ultras der „Drachen“ vom FC Porto. Dann zündeten sie verbotenerweise noch ein paar Pyros, es war ja aber auch ein rundum gelungener Fußballabend für den Tabellenführer der portugiesischen Premeira Liga und seinen Anhang.
Beim VfB Stuttgart dagegen nach dem 1:2 nur betretene Gesichter – und ein Trainer, der sich mit Blick aufs Rückspiel kämpferisch gab. Noch ist es längst nicht verloren, so das Aufbruchssignal von VfB-Cheftrainer Sebastian Hoeneß nach Abpfiff. Und doch hatte man sich deutlich mehr erhofft von diesem europäischen Fußballabend, bei dem es ja, wie Hoeneß zuvor richtig erkannt hatte, „ans Eingemachte“ ging.
VfB macht zu viele Fehler
Der VfB, und das ist die Erkenntnis dieser hitzigen Partie, hat letztlich vom clever und cool agierenden FC Porto fürs Erste klar seine Grenzen aufgezeigt bekommen. Im eigenen Stadion wohlgemerkt. Vor allem was Abgeklärtheit und die eigene Fehlerquote angeht. Unterm Strich wurde das Team von Gästetrainer Francesco Farioli für die Hoeneß-Elf so zu einer zu hohen Hausnummer.
Und das hatte diverse Gründe: Dass der kleinliche Schiedsrichter Donatas Rumsas aus Litauen so ziemlich jede enge Zweikampf-Situation gegen den VfB pfiff, ist einer davon. Aber die Stuttgarter müssen sich zunächst an die eigene Nase fassen. Zu viele Spieler erreichten nicht die Topform, die es aber allein für ein Unentschieden gebraucht hätte.
Zudem waren auch zu viele Gastgeschenke dabei. Vor dem ersten Gegentreffer spielte der Torhüter Alexander Nübel ohne Not den Ball hoch und zentral zum Gegner; vor dem zweiten leistete sich der Innenverteidiger Jeff Chabot einen fatalen Querpass. Solche Patzer nutzen Spitzenteams eiskalt aus.
Für Weiterkommen braucht es Leistungssteigerung
Während sich die VfB-Offensivabteilung dann an Portos Defensive, dem eigentlichen Prunkstück der Mannschaft, ein ums andere Mal festbiss, stimmten auch taktisch ein paar Details nicht. Dass die Hoeneß-Elf in der Anfangsphase hinten zwischen den Spielern der Abwehrkette, aber auch im zentralen defensiven Mittelfeld zu viele Räume anbot, war einer der Mängel der Grundordnung.
Bisher ist der deutsche Pokalsieger in dieser Europa-League-Saison zwar noch nicht durch seine Auswärtsstärke bei Topteams aufgefallen. Dennoch ist vor dem Rückspiel am nächsten Donnerstag in der portugiesischen Hafenstadt längst nicht alles verloren. Schon ein 1:0 würde für die Verlängerung reichen. Dazu aber müssen eigentlich alle Akteure des VfB mehr als eine Schippe drauflegen.